Salut 🙂

Wie angekĂŒndigt folgt nun wo meine PrĂŒfung vorbei ist der zweite Teil meines Reiseberichts von Paris (hier geht’s zum ersten Teil, falls ihr diesen nachlesen wollt). Ich hoffe, ihr seid dem ganzen noch nicht ĂŒberdrĂŒĂŸig geworden. Wir haben echt viel unternommen in unserer Zeit, also macht euch bereit fĂŒr eine Bilderflut 😉

Foto 04.06.17, 21 08 26

 

Tag 2

Am Sonntag Morgen wurden wir gegen neun Uhr (so lang schlafe ich normalerweise nie) von der in unser Zimmer scheinenden Sonne geweckt, und nach dem unvermeidbaren Handy-Checken (man muss das Wlan im Zimmer ja ausnutzen) machten wir uns auf die Suche nach FrĂŒhstĂŒck. Direkt vor unserem Haus befand sich ein kleiner Express-Supermarkt, doch da dessen Angebot eher begrenzt war, sagten wir uns “Wir finden sicher bald was besseres” und machten uns auf den Weg in Richtung Stadtzentrum und SehenswĂŒrdigkeiten. Da wir fĂŒnf Minuten vom Palais Luxembourg entfernt wohnten, suchten wir dieses zuerst auf. Und das war die richtige Entscheidung, denn die weitlĂ€ufige Parkanlage in ihrer grĂŒnen Pracht war einen Besuch mehr als wert. Im Park sind unzĂ€hlige StĂŒhle zum Niedersetzen und Entspannen bereitgestellt, und von Joggern, Picknickern oder Yoga-Gruppen findet man hier einfach alles. Definitiv ein Ort, wo die “wirklichen” Pariser abhĂ€ngen und man nicht nur Touristen trifft, was ich immer toll finde.

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Anschließend spazierten wir-mit riesigem Stadtplan bewaffnet-durch das Quartier (französisch fĂŒr Viertel) Saint-German, und staunten immer wieder aufs Neue ĂŒber die wunderschöne, liebevoll-detailreiche Architektur der einzelnen GebĂ€ude und Sternstraßen. Wir gingen eine ganze Weile Richtung Seine, und fanden uns dann am großen Place de La Concorde wieder. Kurioserweise hatten wir bis dahin noch keinen Supermarkt entdeckt und wurden langsam wirklich hungrig. Also bogen wir in die Champs ElysĂ©es ein mit dem Gedanken, dass zumindest dort ein GeschĂ€ft offen sein mĂŒsse. An dieser großen FußgĂ€ngerzone bemerkten wir zum ersten Mal in Paris selbst die verschĂ€rften Sicherheitskontrollen. Da auch ein Drohnen-Festival auf der Champs ElysĂ©es stattfand, war die gesamte Flaniermeile inklusive der zahllosen NebengĂ€sschen durch Rampen abgesperrt und jeder, der hinein wollte, musste den PolizeikrĂ€ften den Inhalt seiner Taschen zeigen.

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In der FußgĂ€ngerzone angelangt gaben wir bei unserer Supermarkt Suche klein bei und setzten uns in ein Restaurant. Eigentlich ein dummer Touristenfehler, aber inzwischen war uns das fast schon egal und wir wollten nach eineinhalb Stunden herumlaufen endlich etwas zu essen. Unsere Pizzas waren mĂ€ĂŸig gut und der Prei fĂŒr unsere große Wasserflasche (6,70€) eine Frechheit, aber was geschehen war konnte man auch nicht mehr Ă€ndern. Immerhin waren wir nun frisch gestĂ€rkt und konnten unsere Tour fortsetzten. Wir gingen die Champs ElysĂ©es bis zu ihrem Ende am Arn de Triumphe hinauf, und obwohl die Auffahrt auf den Triumphbogen fĂŒr Studenten gratis gewesen wĂ€re, entschieden wir uns wegen der vielen Menschen dagegen.

Stattdessen ging es fĂŒr uns-nicht weniger klischeehaft-Richtung Eiffelturm. Davor befindet sich eine weite Parkanlage/Wiese, auf der wir uns niederließen, etwas tranken und ein wenig verschnauften. An dieser Stelle muss ich erwĂ€hnen, dass das Wetter es generell sehr gut mit uns meinte. WĂ€hrend unserer Zeit in Paris hatte es konstant zwischen 19 und 23 Grad und abgesehen von zwei kurzen, aber intensiven Regenschauern schien die gesamte Zeit ĂŒber die Sonne. Nach der Hitzeschlacht in Bratislava war das eine mehr als angenehme Abwechslung, da so 1. viel mehr unternehmen konnte, 2. energiereicher war und 3. auch auf den Bildern nicht stĂ€ndig wie eine “Sweaty Mess” aussah (wie es in New York leider oft der Fall war). NatĂŒrlich mussten vor “La tour Eiffel” auch einige, wenn nicht unzĂ€hlige Fotos geschossen werden, bevor wir in der NĂ€he endlich einen Supermarkt fanden. Euphorisch deckten wir uns mit einer Unmenge an Essen ein, denn ein weiteres Mittagessen im Restaurant konnten und wollten wir uns nun wirklich nicht leisten.

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Anschließend machten wir uns auf den Weg zur Île de France und dem ersten Arrondissement. Auf der Strecke dorthin machten wir einen Abstecher zum Dame des Invalides, dessen Parkanlage von sĂŒĂŸen, halbzahmen Kaninchen nur so wimmelte. Der Dom selbst ist-wie der Name schon sagt- den im Krieg gefallenen und verwundeten gewidmet. Auch Napoleon liegt dort  in den Katakomben begraben, die wir allerdings nicht extra besichtigten.

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Auf der Île de France wimmelte es dann natĂŒrlich nur so vor Touristen, was bei der unglaublichen Schönheit und Bekanntheit des Ortes auch kein Wunder ist. Vor Notre-Dame machten wir einen Stop, ließen die AtmosphĂ€re auf uns wirken und rasteten wieder ein wenig. Wem unser Tag jetzt wie ein einziges Rasten vorkommt: Da die einzelnen GebĂ€ude in Paris so groß sind, sind die Distanzen auch in der Innenstadt nicht zu unterschĂ€tzen. Alleine an diesem Tag sollten wir insgesamt 32 Kilometer zurĂŒcklegen, was unsere Pausen denke ich erklĂ€rt 😉

Von Notre-Dame aus ging es auf der anderen Seite der Seine zum nahegelegenen HĂŽtel de Ville (französisch fĂŒr Rathaus), das ebenfalls eine umwerfende Architektur zu bieten hatte und mich damit sehr ĂŒberraschte. Ein weiterer Grund, wieso man in diese Gegend kommen sollte, waren die Shopping-Gelegenheiten: Neben einem großen Kaufhaus, das unter anderem auch Topshop fĂŒhrte, gab es in den Straßen um das Rathaus herum viele sĂŒĂŸe Boutiquen und Shops bekannter Marken wie Oysho, Sephora oder Urban Outfitters. Im Gegensatz zur Champs ElysĂ©es, wo es hauptsĂ€chlich Luxusmarken oder GeschĂ€fte von Autoherstellern (fragt mich nicht warum) gab, fand ich die Gegend zum Shoppen weitaus ansprechender und auch von den Menschenmengen her angenehmer. Danach ging es endlich zurĂŒck Richtung Apartment, und als wir ankamen, war es bereits 20:30. Nur so am Rande: Das Haus verlassen hatten wir gegen 10 Uhr morgens. Den Rest des Abends aßen und chillten wir nur noch, hörten französische Musik und lernten beide noch ein bisschen, um unser Gewissen zu beruhigen. Denn fĂŒr uns beide standen bald wichtige PrĂŒfungen an und eigentlich hĂ€tten wir uns den Urlaub zeitlich gar nicht erlauben können 🙂

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Tag 3

Am Montag, unserem dritten Tag nahmen wir erstmals die MĂ©tro, da wir ins KĂŒnstlerviertel Montmartre wollten, das etwas außerhalb gelegen ist. Durch die gute öffentliche Anbindung landeten wir ziemlich schnell (und mit einem kurzen Zwischenstopp in Stalingrad) am Fuße des Montmartre-HĂŒgels, den wir mit einer Schar anderer Touristen hochstiegen. Die Sacre-Coeur Kirche auf der Spitze des HĂŒgels (als Berg kann ich ihn als Österreicherin nun wirklich nicht bezeichnen) war wie schon bei meinem ersten Besuch vor fĂŒnf Jahren ein wunderschöner Anblick. Von der Architektur her ist sie auch ganz anders gestaltet als die gotischen Bauten der Pariser Innenstadt und bot allein dadurch einen netten Kontrast. Auch die Aussicht ĂŒber die Stadt war von der Anhöhe aus richtig toll. FĂŒr mich gehört es irgendwie dazu, sich eine Stadt bei einer Reise mindestens einmal von oben anzuschauen, da man so einfach den besten Überblick ĂŒber ihren Aufbau bekommt. Im malerischen Viertel (wortwörtlich, da hier seit Jahrhunderten KĂŒnstler wie Picasso oder Van Gogh wohnten und arbeiteten) mussten wir uns dann den obligatorischen CrĂȘpe kaufen. Mir fiel auf, dass der traditionelle CrĂȘpe au chocolat, den ich bei meinem ersten Paris Besuch immer gegessen hatte, kaum mehr gab und er fast vollkommen von Nutella-CrĂȘpes ersetzt worden war. Schließlich fanden wir doch noch einen passenden Stand, und aßen unseren Snack, wĂ€hrend wir den PortrĂ€tmalern bei ihrer Arbeit zusahen und ein Musiker im Hintergrund Chansons auf dem Akkordeon anstimmte. Viel französischer geht es wohl nicht mehr! Wir spazierten noch eine Weile durch die romantisch-verwachsenen Straßen die abseits der Sache-Coeur richtig ruhig und entspannend waren.

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Danach ging es wieder zurĂŒck in die Innenstadt, genauer gesagt zum Palais du Louvre. Auch hier war der Eintritt fĂŒr EU-Studenten gratis (danke an dieser Stelle an die europĂ€ische Union :D) und da die Schlange wirklich nicht lange war, entschieden wir uns spontan fĂŒr ein bisschen mehr Kultur. Das GebĂ€ude selbst (ein ehemaliger Residenzsitz der französischen Bourbonen) fand ich um ehrlich zu sein fast beeindruckender als die dort ausgestellten Bilder. Denn das Louvre ist zwar riesig, jedoch scheinen die dargebotenen Bilder wenig bis gar nicht selektiert worden zu sein. Um es mit Melina Worten zu sagen: “Es wirkt so is hĂ€tten’s anfoch jedes anzelne Bad des hobt vom dort aufghĂ€ngt”. Begeistert hat mich nur der Teil fĂŒr italienische Malerei, da man hier neben der Mona Lisa (und 500000 asiatischen Touristen) auch die GemĂ€lde  “Die Krönung Napoleons” und “Die Freiheit fĂŒhrt das Volk”  und viele weitere tolle Werke fand. Danach ging es wieder heim fĂŒr uns, denn wir hatten diesmal ein Abendprogramm geplant.

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Kurz nach Zehn verließen wir das Haus erneut Richtung Eiffelturm, da wir die Schönheit auch noch einmal bei Nacht erleben wollten. Wir setzten uns wieder auf die Wiese, plauderten, beobachteten die anderen Menschen um uns (inklusive eines sĂŒĂŸen asiatischen Hochzeitspaares bei ihrem Fotoshooting) und genossen einfach die AtmosphĂ€re. Kurz vor Mitternacht meldete sich dann der Hunger wieder, und wir gingen zum CrĂȘpe–Stand neben dem Eiffelturm (what else?). Ich entschied mich fĂŒr eine pikante vegetarische Version, und der charmante VerkĂ€ufer schenkte mir netterweise auch noch einen Nutella-CrĂȘpe dazu. Um Mitternacht startete wie jede volle Stunde die Lichtershow des Eiffelturms, und das GebĂ€ude begann zu glitzern und zu funkeln. Lieder begann es auch plötzlich wie aus Eimern zu gießen, und wir mussten kurz unter einem Hot Dg Stand Schutz suchen. Danach gingen wir durch das laternenbeleuchtete, nach frischem Regen duftende Paris heim in unser Apartment. Kurz vor zwei Uhr morgens fielen wir dann erschöpft, aber doch belebt von den ganzen EindrĂŒcken in unser Bett (unsere ausziehbare Couch, wenn man es genau nimmt).

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Tag 4

An unserem letzten Tag gingen wir das ganze etwas ruhiger an als zuvor. Wir hatten uns einzig vorgenommen, die Promenade PlantĂ©e zu besuchen. Wer sich jetzt fragt, wovon ich da eigentlich rede: Ähnlich wie die New Yorker High Line gibt es auch in Paris eine 4,5 Kilometer lange Spazierstrecke, die ĂŒber den DĂ€chern der Stadt auf stillgelegten Zuggleisen angelegt wurde. Ein echter “Insider-Tipp”, denn der Weg ist nicht nur mit viel Liebe zum Detail angelegt, man bekommt auch einen ganz anderen Blick auf die Fassaden und in die Apartments der Stadt. Obwohl man sich mitten in Paris befindet, war es hier oben total still, und außer ein paar wenigen Einwohnern sah man keine Menschenseele und schon gar keine anderen Touristen. Wirklich empfehlenswert 🙂

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Die Promenade endet am Place de la Bastille, wo wir uns noch ein Mittagessen und Proviant fĂŒr die Heimreise kauften, da hier viele sĂŒĂŸe und preiswerte Boulangerien in den kleinen GĂ€sschen zu finden waren. Danach ging es wieder heim, wir packten unsere sieben Sachen und machten uns auf Richtung Busbahnhof Porte Maillot. Diesmal fuhren wir mit der MĂ©tro, die es mir wirklich angetan hatte. Ich weiß, dass viele Menschen öffentliche Verkehrsmittel hassen und wie die Pest meiden, aber ich bin in jeder großen Stadt aufs Neue fasziniert von der genauen Planung und den komplizierten Systemen, die im Hintergrund so eines Verkehrsnetzes ablaufen mĂŒssen. Gerade der Pariser Knotenpunkt ChĂątelet, wo sich 6 MĂ©tro Linien kreuzen, war einfach nur beeindruckend konzipiert und mit seinen FörderbĂ€ndern zwischen den einzelnen Linien wie man sie sonst nur auf FlughĂ€fen findet. Außerdem sind die MĂ©tro-Stationen im Pariser Stadtzentrum alle individuell designt und wir waren jeden Halt auf’s Neue gespannt, was uns nun wieder erwarten wĂŒrde. Beim Louvre waren etwa Ă€gyptische Artefakte hinter GlaswĂ€nden ausgestellt, am Place de la Bastille zeigten Bilder den Verlauf der französischen Revolution und bei Arts et MĂ©tiers wurde die Station durch HĂ€ngelampen beleuchtet und bot den FahrgĂ€sten runde, breite Sesseln zum Niedersetzen. Da kann sich Wien noch einiges abschauen.

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Unser Flug ging um 20 Uhr, und der Flughafen Paris Beauvais hatte praktischerweise fĂŒr jeden einzelnen Flug ein Shuttlebus-Service vom Porte Maillot aus eingerichtet. Eigentlich super, nur leider kamen wir durch die Abfahrt um 17 Uhr direkt in den Pariser Pendlerverkehr, wodurch unsere Fahrt statt 1:10 Stunden einfach mal ĂŒber zwei Stunden lang dauerte-also lieber schon eine Stunde frĂŒher mit dem Bus abfahren und sich nicht auf die vom Airport vorgeschlagenen Zeiten verlassen! Obwohl der Flughafen wirklich klein ist, besitzt er zwei Terminals in verschiedenen GebĂ€uden, und da auf unseren Tickets keine Angabe zum korrekten Terminal gedruckt war, rannten wir zuerst natĂŒrlich mal schön zum falschen-und dass obwohl das Gate schon in weniger als 20 Minuten schließen sollte… Zum GlĂŒck schafften wir es dann doch noch rechtzeitig, obwohl wir auch diesmal wieder 3 Passkontrollen durchlaufen mussten. Allem Anschein nach waren einige andere Passagiere weniger glĂŒcklich, denn diesmal war der Flieger trotz Hochsaison nicht voll besetzt. Von Bratislava aus nahmen wir fĂŒr fĂŒnf Euro den Flixbus nach Wien Erdberg, und um halb 1 Uhr morgens war ich dann endlich endgĂŒltig daheim in Wien.

Ich habe definitiv viele schöne Erinnerungen aus Paris mitgenommen, und wie nach jeder Reise fĂŒhlte ich mich inspiriert von all dem Erlebten. Auch wenn die Sicherheitsvorkehrungen in der Stadt etwas lĂ€stig erscheinen und manche abschrecken könnten, lege ich euch einen Trip in die französische Hauptstadt ans Herz. Paris ist und bleibt einfach eine der besten StĂ€dte auf dieser Welt.

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