Bonjour les amis 🙂

Wie jeder, der mir auf Instagram folgt wahrscheinlich mitbekommen hat, war ich die letzten vier Tage auf einem Citytrip in Paris mit kurzem Zwischenstop in Bratislava. Ich reise gerne und viel, lebe allerdings meinen Alltag in Österreich sehr sparsam, gebe kaum Geld für Kleidung aus und gehe alle heiligen Zeit mal Essen oder gönne mir einen Kinobesuch mit anschließendem Cocktail. Ich wurde quasi von klein auf dazu erzogen, ein Sparfuchs zu sein und würde von mir behaupten, meistens die besten und billigsten Angebote zu finden. Daher habe ich hier meine Tipps für Reisen mit Studentenbudget aufgelistet. Am Ende folgt dann noch eine Hochrechnung meiner Ausgaben für die gesamten vier Tage, sodass ihr euch ein ungefähres Bild davon machen könnt, wie viel ihr für einen Low Budget Paristrip einrechnen müsst. Viel Spaß 🙂

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1. Eine zentrale Unterkunft suchen

Mein wichtigster und liebster Tipp. Die meisten tendieren dazu, bei der Hotel/Appartmentsuche primär auf den Preis zu achten. Dass die Unterkunft dann komplett außerhalb und 10-20 Gehminuten von der nächsten Metrostation entfernt ist, wird da ausgeblendet. Allerdings spart man sich so viel Fahrzeit und auch Geld (für in Großstädten oft teure Öffi-Tickets), wenn man stattdessen ein zentrales Quartier mit einem annehmbaren Preis bucht. Auch wenn innerstädtische Unterkünfte oft kleiner sind rentieren sie sich für mich viel mehr: Bei einem Kurztrip bin ich sowieso die meiste Zeit draußen unterwegs und brauche kein 20qm Zimmer, außerdem kann man so viele Wege zu Fuß zurücklegen und erlebt das Flair der Stadt beim Schlendern durch die zentralen Viertel viel eher, als wenn man mit der unterirdischen Metro von touristischer, kommerzialisierter Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit fahren muss.

2. Ein Reiseziel mit niedrigen Lebenshaltungskosten suchen

Gut, in diese Kategorie fallen Paris und Frankreich generell sicher nicht 😀 Wenn man generell Urlaub machen möchte, einem das Ziel jedoch relativ egal ist, dann empfiehlt es sich, eine Destination mit niedrigen Preisen für das tägliche Leben zu suchen. Wer sich wirtschaftlich etwas auskennt, der kann sich hier am HICP (harmonisierter Verbraucherpreisindex) oder dem Big Mac Index orientieren. Innerhalb Europas sind für einen günstigen Urlaub generell Portugal, Deutschland (Berlin), die Türkei oder östliche Staaten wie Polen zu empfehlen.

3. Günstige Attraktionen/Sehenswürdigkeiten wählen

Heutzutage ist es dank Google, Blogs & Co sehr einfach, sich über günstige bzw. gratis Aktivitäten in einer Stadt zu informieren. Generell gibt es Städte/Orte, die viele “natürliche”, in die Stadt integrierte Sehenswürdigkeiten aufweisen, für die man kein Vermögen hinblättern muss. Vergangenes Jahr in Amsterdam nutzte ich einige der angebotenen Aktivitäten (Museumsbesuche etc.) und griff dafür etwas tiefer in die Tasche, das die Stadt-so schön sie auch ist- im Vergleich weniger Geschichte aufweist, weil sie nicht über Jahrhunderte langsam und kontinuierlich gewachsen ist wie z.B. Paris oder New York. In Paris gaben wir keinen Cent für irgendwelche Eintritte oder Tour-Aktivitäten aus, da die architektonisch umwerfenden oder historischen Orte Teil der Stadt sind und man sie gratis bewundern und teilweise sogar kostenfrei betreten kann. Wir haben würde ich behaupten wirklich alle “wichtigen” Teile der Stadt gesehen und konnten uns ohne astronomisch hohe Preise ein tolles Bild von Paris machen.

Kleiner Zusatztip: In einigen Großstädten, etwa London (alle Museen), New York (das Metropolitan und viele weitere) und Paris (das Louvre) ist der Eintritt entweder kostenlos oder basiert auf freiwilliger Spende

4. Bei der Buchung auf den Flughafen achten

Ich bin mit Ryan Air über Bratislava nach Paris-Beauvais geflogen. Wie ihr unten aufgelistet sehen werdet, habe ich für Hin-und Rückflug trotz Pfingstwochenende nur 75€ bezahlt. Da ich sowieso noch nie in Bratislava war und mir die Stadt mal ansehen (und das letzte Nachbarland Österreichs, in dem ich noch nicht war besuchen) wollte passte das ganze gut für mich. Hätte ich allerdings keinen Zwischenstopp in Bratislava vorgehabt, dann wäre mir (als Wienerin) eine Abreise von Wien Schwechat) trotz höherem Flugpreis von ca. 120€ wahrscheinlich billiger gekommen. Viele dieser außerhalb liegenden Flughäfen wie Beauvais im Gegensatz zum Hauptflughafen (Paris Charles de Gaulle) nicht an das öffentliche Transportnetz angebunden und so muss man zusätzlich zu den Flugkosten 30€ für den Shuttlebus in die Pariser Innenstadt und 15€ für den Flixbus von Wien zum Flughafen von Bratislava hinblättern. Da wäre dann der teurer wirkende Flug von Wien aus im Endeffekt billiger als der von Bratislava.

5. Speziell für Paris: Nicht Essen gehen (besonders auf der Champs Elysées und in der Innenstadt (Île de France))

Die Franzosen legen viel Wert auf Essen und auswärts zu essen, ist ausnahmslos überall  in Frankreich teuer. Egal wo ich bisher war-unter 12€ wird man in keinem seriösen Restaurant für Pasta mit Tomatensauce zahlen. Will man doch mal Essen gehen, so empfiehlt sich ein Menü, da man hier für den sonstigen Preis eines Hauptgerichts einen Salat, Hauptspeise und Dessert bekommt und sich das eher auszahlt. Denn irgendwie möchte man die berühmte französische Essenkultur dann doch erleben, wenn man schon mal dort ist. Bei der Suche nach einem Restaurant sollte man sich nicht (wie wir, die am Sonntag unseren ersten vollen Tag hatten und keinen geöffneten Supermarkt finden konnten) auf gut Glück in einem der bekannten Touristengebiete umsehen, sondern einen Ortsansässigen nach Tipps fragen oder in die Seitenstraßen schauen. Denn in den Touristengebieten bekommt man für unverschämt hohe Preise keineswegs Essen auf dem Niveau der französischen Haute Cuisine, sondern mittelmäßigen Einheitsbrei für Besucher, die sowieso nicht wiederkommen werden.

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In Paris muss man nicht zwingend teure Eintritte zahlen-die Stadt für sich ist Attraktion genug

Was hat meine Reise nun gekostet?

Die Frage, die jetzt wahrscheinlich jeden am meisten interessiert 😉 Wie viel ganz genau ich jetzt für Essen ausgegeben habe kann ich nicht sagen, da wir uns mehrmals etwas on-the-go im Supermarkt geholt haben und ich die einzelnen Rechnungen nicht aufgehoben habe.

75€ für Flüge

5€ für den Flixbus

10€ für Taxi vom Bratislava petrzalka Bahnhof zum Bratislava Airport

5€ für unser Uber Pool vom Busbahnhof Paris zu unserer Unterkunft

30€ für das Airport Shuttle von Paris-Beauvais in die Pariser Innenstadt

82,50€ für 3 Nächte im Airbnb7,60€ für 4 Metro Tickets (1,90€ pro Fahrt)

Ca. 80€ für 4 Tage Verpflegung


=287,50€

Alles in alle habe ich für vier volle Tage (Abfahrt Wien am Samstag um 8:40, Ankunft in Wien am Mittwoch um 0:30) in Bratislava und Paris weniger als 300€ ausgegeben-abzüglich Essenverpflegung, die zum Teil auch sonst angefallen wäre sogar nur ca 200. Meiner Meinung nach ist das für einen tollen und vollgepackten viertägigen Urlaub ein wirklich vertretbarer Betrag, besonders für ein Feiertagswochenende im Juni. In den kommenden Tagen werden noch ein Travel Diary, meine persönlichen Paris Tipps und meine Gedanken zu Terrorgefahr und Anschlägen in Großstädten (wer es nicht weiß: Während ich in Paris war, attackierte ein Mann direkt vor Notre-Dame einen Polizisten mit einem Hammer) kommen, so weit ich neben meinen anstehende Klausuren Zeit dafür finde. Bis dahin könnt ihr jederzeit diesen Post kommentieren oder mir schreiben, wenn ihr Tipps für Paris benötigt oder noch Fragen habt. Ansonsten wünsche ich euch noch eine schöne verkürzte Arbeitswoche 🙂

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Das wunderschöne Montmartre Viertel
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