Sie ist das Non-Plus-Ultra: Jeder spricht von ihr und strebt an, sie zu erreichen. Die perfekte Work-Life-Balance. Doch wie merke ich, dass ich sie erreicht habe? Und gibt es so etwas überhaupt?

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Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich bin ein Ganz-oder-gar nicht-Mensch: Entweder ich esse kein einziges Gummibärchen oder gleich die ganze Packung. Manchmal lerne ich sehr viel für eine Prüfung, oder ich gehe quasi blank hin. Das scheint fest in mir verwurzelt zu sein, genau wie (meiner Beobachtung nach) in vielen anderen Menschen auch. Daher wird es für mich wahrscheinlich auch nie eine hundertprozentige Balance geben. Einmal arbeite ich total fleißig und viel, dann habe ich wieder Phasen, wo ich gefühlt den ganzen Tag unproduktiv herumliege.

Die ganzen Instagram-Blogger, die täglich eine Einheit Sport machen, eine Person zum Coffee-Date treffen, ein Event besuchen und eine Laptop-Session machen, sind mir suspekt. Ist deren Leben nicht manchmal auch drunter und drüber? Haben sie nicht auch vor Prüfungen Lernphasen, in denen sie sich gefühlt von der Außenwelt abschotten? Hab ich mein Leben überhaupt “im Griff”, wenn ich nicht fast jeden Tag arbeite, etwas mit Freunden unternehme und mir Zeit für mich gönne?

Meiner Meinung nach ist diese glorifizierte Balance, die uns scheinbar online vorgelebt wird, nicht mehr als ein unrealistisches Konstrukt. Vielleicht fühle ich mich an manchen Tagen nicht danach, etwas zu unternehmen. Oder ich bin beim Lernen ausgelaugt und merke, dass gerade einfach nichts weiter geht. Dann vergeude ich nicht meine Zeit und mache einen Spaziergang, anstatt ineffektiv zu versuchen, etwas in meinen Kopf hineinzubekommen. Ich würde sogar behaupten, dem Ideal einer ständigen “Balance” hinterher zu jagen stresst uns sogar mehr als es uns gut tut. Unser Körper ist keine Maschine, der man eintrichtern kann “Von 8-12 lernst du, danach nimmst du dir 2 Stunden für dich, dann lernst du weitere 4 Stunden, bevor du dich am Abend sozial betätigst”. Klar ist es öfters notwendig, ein klein bisschen Disziplin walten zu lassen-sonst würden wir ja nicht vorankommen. Die eigentliche Essenz ist die:

In Zeiten von Snapchat und Instastories, in denen Blogger und eigene Bekannte einem das perfekt ausbalancierte Leben vorzuleben scheinen, sollte man zu allererst trotzdem auf den eigenen Rhythmus hören. Denn der beste Ausgleich zwischen Vergnügen und Pflichten ist für jeden verschieden, und Perfektion existiert sowieso nicht. Also lernt ruhig die Nacht vor der Klausur durch, erholt euch den Tag nach der Klausur mit Netflix und Pizza und feiert die bestandene Prüfung am nächsten Abend gebührend mit euren Freunden. Aber nur dann, wenn ihr es auch wirklich so wollt 😉

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