Hallo meine Lieben!

Heute melde ich mich mal wieder auf deutsch bei euch. Während ich mich im englischsprachigen Raum befand, war es für mich irgendwie logisch, die Zeit auch dafür zu nutzen, mein Englisch verstärkt zu praktizieren und dies auch auf meinen Blog zu übertragen. Nun sitze ich gerade im Flugzeug von Frankfurt nach Wien,bin also schon fast wieder daheim. Es fühlt sich surreal an, dass mich in wenigen Minuten wieder Minusgrade erwarten, nachdem ich zwei Wochen lang in Sommerkleidern und Bikini herumgelaufen bin. Aber der Alltag wird mich wohl schnell genug wieder einholen 😉

Wie schon erwähnt verbrachte ich vierzehn Tage und somit den Großteil meiner Semesterferien in Kapstadt. Diesmal habe ich die Reise von meinem lieben Papa zum 20. Geburtstag geschenkt bekommen und mich natürlich unglaublich darüber gefreut. An dieser Stelle ein weiteres Dankeschön an dich Papa, falls du das hier lesen solltest.

foto-04-02-17-17-25-53
Europäischer Winter: Blick über die verschneiten Berge auf dem Flug von Wien nach München

Am 4. Februar ging es für mich auf in Richtung Südafrika. Und ich würde lügen wenn ich behaupten würde die Anreise wäre nicht lange gewesen. Da von Wien aus Kapstadt nicht angeflogen wird, musste ich zuerst mit dem Zug von Linz zum Wiener Flughafen fahren, dann von Wien nach München fliegen und anschließend ging es von München aus endlich nach Kapstadt. Eigentlich ist Linz vom Münchner Flughafen in etwa genauso weit entfernt wie vom Wiener, da mich aber niemand mit dem Auto nach München fahren konnte und ich auf öffentlichem Wege nach München mehr zahlen und auch mehrfach hätte umsteigen müssen, entschied ich mich für einen zweiten Verbindungsflug. Der Flug Wien-München dauerte etwa eine Stunde und ging dementsprechend schnell vorbei, obwohl er leichte Verspätung hatte. Dies erwies sich jedoch nicht als Problem, da die Maschine nach Kapstadt ebenfalls zu spät war und wir anstatt um 19:05 erst um ca. 20 Uhr starteten. Ich muss sagen, dass ich auf diesem Flug leider keine guten Erfahrungen machen durfte. Die Reise dauert mit elf Stunden dreißig schon einmal gehörig lange, und da ich (meine eigene Schuld) erst zwei Wochen vor Abreise mein Ticket buchte, ergatterte ich nur mehr einen Innenplatz in einer Viererreihe. Dadurch fühlte ich mich während des Fluges extrem eingeengt. Noch dazu sind wir Mitteleuropäer bekannt dafür, in öffentlichen Verkehrsmittel meist lieber zu stehen anstatt sich neben einen Fremden zu setzten, da wir unseren persönlichen Abstand brauchen-und dieser blieb mir, eingepfercht wie ein Tier, zwischen zwei eher beleibten Männern verwehrt. Außerdem bekam ich als Reisende der Economy Class mein Abendessen (welches im Übrigen sehr klein und wenig wohlschmeckend war) durch die Verspätung und meine niedrige Priorität erst nach 22 Uhr serviert, fast zehn Stunden nach meiner letzten Mahlzeit. Durch die Verkettung all dieser Umstände bedingt wurde mir während dem Verzehr meines Essens plötzlich schwindlig und mein Kreislauf schien nachzugeben. Natürlich informierte ich sofort die Flugbegleiter und wurde für eine halbe Stunde auf einen freistehenden Sitz für das Personal verfrachtet und bekam eine Sauerstoffmaske aufgesetzt, um meinen Kreislauf zu stabilisieren und mich mit Frischluft zu versorgen. Danach fühlte ich mich glücklicherweise wieder besser und konnte die restliche Flugzeit ohne weitere Zwischenfälle fortsetzen. Um halb 8 Uhr Morgens (Ortszeit) landete ich dann schließlich in Kapstadt. Leider gab es auch hier gleich einen unvorhergesehenen Zwischenfall, da mein Flughafentransfer nicht da war, um mich abzuholen. Nachdem ich zwanzig Minuten gewartet hatte, versuchte ich zuerst den Service per Handy zu erreichen, blieb jedoch genau wie die Angestellten am Informationsschalter erfolglos. Ich traf auf einen Taxifahrer, der meinte, meinen Fahrer gesehen zu haben, aber dass dieser nicht länger auf mich warten hatte wollen/können und wieder gegangen wäre. Zum Glück wurde ich wenig später zurückgerufen und ein neuer Fahrer zum Flughafen geschickt. Insgesamt verbrachte ich so etwas mehr als eine Stunde wartend und suchend am Flughafen, doch da ich in New York eine ähnliche Situation durchgemacht hatte, blieb ich relativ locker. Die ganzen Umstände war es wert, als ich dann endlich im Taxi saß und während der Fahrt zu meiner Residenz den ersten Blick auf die Natur Afrikas und die wunderschöne Stadt werfen konnte.

foto-05-02-17-09-07-51
Erste Eindrücke von Südafrika vom Taxi aus

Mein Zuhause für die nächsten Wochen lag im historischen Stadtteil Bo Kaap, der seit dem 19. Jahrhundert bevölkert war, auf einer Anhöhe über dem Stadtzentrum liegt und heute hauptsächlich von der muslimischen Community bewohnt wird. Zugegeben war ich sehr überrascht von meiner Residenz, da ich eine Art Studentenwohnheim mit minimalistischer Ausstattung erwartet hatte. Stattdessen wurde ich bei meiner Ankunft sogleich herzlich von meiner Residenzmanagerin Aischa empfangen, die mich hier sofort wie zuhause fühlen ließ. Auch die schöne, moderne Ausstattung des privaten Hauses überraschte mich wirklich positiv. Neben dem Zweibettzimmer und Bad, dass ich mir teilte, verfügte das Haus über ein großzügiges Wohn/Esszimmer mit Küche, einer Sofa-und Fernsehecke sowie einer Terrasse mit einem atemberaubenden Blick auf die Innenstadt, den ich täglich bewunderte und an dem ich mich nie sattsehen konnte.

Meinen ersten Tag in Kapstadt verbrachte ich sehr entspannt, da ich noch durch die lange Anreise gezeichnet war. Nachdem ich meinen Koffer ausgepackt und geduscht hatte, ging es mit meinen Mitbewohnern nach Camp’s Bay, einen der bekanntesten Strände Kapstadts. Während der Fahrt mit dem Uber kam ich aus dem Staunen kaum mehr heraus, da einfach jede Ecke einen spektakulären Ausblick über die atemberaubende Natur der Region bot. Und auch der Strand war echt schön, auch wenn es an diesem Tag leider recht windig war und wir aufpassen mussten, dass unsere Badetücher nicht weggeweht wurden.

This slideshow requires JavaScript.

 

Am nächsten Tag traf ich alle anderen Neuankömmlinge, und dabei knüpften wir natürlich gleich eifrig Kontakte. Wie der Zufall es wollte, saß ich am selben Tisch wie Julia, Kim, Katharina und Marilyne, die Mädels, mit denen ich in den kommenden Wochen nahezu meine gesamte Zeit verbringen würde. Nach einer kleinen Info zu Sicherheitshinweisen, die man in Kapstadt beachten sollte, sowie einem kurzen Stadtrundgang gingen ich und meine Mädels auf eigene Faust auf Erkundungstour. Es verschlug uns zur Waterfront, einem modernen Hafen/Pier mit Restaurants und einem Einkaufszentrum. Für uns als Europäer war Kapstadt, was die Gastronomie angeht, sehr günstig, da man hier für 5 bis 10 Euro (inklusive 15% Trinkgeld) eine Hauptmahlzeit mit Getränk bekommt. Die belebte Atmosphäre an der Waterfront, die Urlaubsatmosphäre sowie das gute und günstige Essen sorgten natürlich für eine tolle Stimmung bei uns. Nachdem wir ein paar essentielle Dinge wie den Kauf einer SIM Karte mit Datenvolumen und den Umtausch von Euros in Rand vorgenommen hatten, gingen wir abends noch zum angebotenen Welcome Dinner im traditionell afrikanischen Restaurant “Marco’s”. Da die afrikanische Küche sehr fleischlastig ist, musste ich anstatt eines traditionellen Gerichts Pasta nehmen. Meine Laune trübte das dennoch nicht, da ich aufgrund des Designs und der Innenausstattung des Lokal, der afrikanischen Kleidung der Kellner und der gebotenen Livemusik erstmals so richtig realisierte, dass ich hier gerade in Afrika war. Müde, aber zufrieden und voller neuer Eindrücke ging es gegen elf Uhr nach einem langen Tag nach Hause.

This slideshow requires JavaScript.

Der Dienstag sollte nicht minder ereignisreich werden: Ich hatte einen Ausflug zum “Cheetah Outreach” gebucht, wo Geparden und andere Raubkatzen, die nicht länger in der Wildnis überleben konnten, gehalten wurden. Mit unserem Eintrittsgeld wiederum wurde die Preservation noch in freier Wildbahn lebender Geparden unterstützt, da deren Zahl leider immer weiter abnimmt. Gemeinsam mit Marilyne, die den Trip mit mir machte, durfte ich sogar einen einjährigen Geparden streicheln. Und wisst ihr was: Das Tier begann als Reaktion auf unsere Berührungen sogar lautstark zu schnurren! Für mich als crazy Catlady (mehr dazu in den 10 Fakten über mich) natürlich ein wahr gewordener Traum. Nachdem wir auch die anderen Raubkatzen angesehen und eine Fakten zu deren Artenschutz gehört hatten (unter anderem einen jungen Geparden, der an der Leine seiner Pflegerin einen Spaziergang durch das gesamte Gelände inklusive Haus machte), hielten wir in einem Einkaufszentrum für unsere Mittagspause, ehe es weiter zu einem Löwenpark ging. Auch hier betrachteten wir die majestätischen Tiere, die absolut keine Scheu vor uns besaßen und sich uns bis auf etwa zwei Meter näherten. Danach machten wir noch einen letzten Stop für den Tag auf einer Affen-Betreuungseinrichtung. Alle hier lebenden Tiere waren aus nicht artgerechten Bedingungen gerettet worden, etwa aus Zoos oder sogar aus einem Nachtclub, wo der Gorilla als Attraktion in einem kleinen Käfig präsentiert worden war. Die Affen hatten ihren Spaß daran, die sich in ihrem Gehege befindlichen Plastikflaschen mit Wasser zu füllen und nach uns zu werfen. Zuerst erschreck ich mich klarerweise total, musste aber herzlich über die skurrile Situation lachen. Zurück in Kapstadt ließen wir den Abend mit einem Restaurantbesuch bei Moustaccio in the Klopf Street, wo wir noch öfter zurückkehren würden, ausklingen. Mein veganer Avocadoburger sah nicht nur fotogen aus, sondern schmeckte auch super 😉

This slideshow requires JavaScript.

Am Mittwoch wachte ich leider mit Halsweh und Gliederschmerzen auf, was ich auf den großen Temperaturunterschied zu Europa (ich war von minus zehn Grad und Schnee zu dreißig Grad und Sonnenschein gereist) und die Klimatisierung in den Häusern und im besonderen im Reisebus vom Vortag schob. Daher verbachte ich meinen Vormittag im Bett und kurierte mich etwas aus. Meine liebe Mitbewohnerin Ina, mit der ich mir mein Zimmer teilte, konnte mir zum Glück einen Schal leihen, den ich in den nächsten Tagen konstant trug und dadurch eine gröbere Krankheit verhindern konnte. An dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön an Ina für den Schal und generell dafür, eine unglaublich angenehme und unkomplizierte Zimmernachbarin zu sein 🙂 Da ich mich am Nachmittag wieder besser fühlte, ging es für mich und ein paar Freunde an den Strand, genauer gesagt an den 4th Clifton Beach. Im Gegensatz zum touristischen Camp’s Bay war dieser weniger voll und mindestens genauso schön. Daher musste die traumhafte Umgebung gleich für ein kleines Fotoshooting genutzt werden. Nach einem gemeinsamen Abendessen ging es in die Long Street, wo eine Welcome Party stattfand. Generell ist die Long Street DIE Ausgehmeile Kapstadts, die Touristen mit gefährlich günstigen Preisen besticht. Ein Shot kostet dort in den meisten Lokalen einen Rand, somit bekommt man für einen Euro ganze fünfzehn Shots! Wir erkundeten zuerst ein paar der Lokale, unter anderem das Beer House und eine Shisha Bar, ehe wir uns zur Party Location, das 169, begaben. Wegen meiner starken Verkürzung konnte ich allerdings nur bis etwa Mitternacht bleiben, da es mir bei meinen Gliederschmerzen nicht möglich war schmerzfrei zu tanzen.

This slideshow requires JavaScript.

Am Donnerstag ging es dann auf den Tafelberg, eines der wenn nicht das Wahrzeichen von Kapstadt. Ursprünglich wollten wir ihn zu Fuß besteigen und uns den Sonnenuntergang oben ansehen, jedoch wäre sich das aufgrund der Nachmittagspläne mancher von uns zeitlich nicht augegangen. Daher nahmen wir die Seilbahn, die nach achtzehn Uhr praktischerweise nur mehr den halben Preis kostete. Die Fahrt in der um ihre eigene Achse rotierende Gondel selbst war auf ein witziges Erlebnis und auf dem Gipfel des Tafelbergs angekommen kamen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ich will in diesem Beitrag nicht andauernd mit Superlativen um mich werfen, doch der Ausblick von dort und die Natur auf dem Berg selbst waren einfach nur atemberaubend. Besonders die Wolken, die sich am Tafelberg aufstauen und wie Dampf daran hinuntergleiten waren ein spektakulärer Anblick. Der sich ereignende Sonnenuntergang über dem Meer war dann noch das Tüpfelchen auf dem i. Wir schossen ein Menge an Fotos, und ich wage zu behaupten dass sie wirklich spektakulär wurden. Bei unserer Rückfahrt sahen wir ein komplett anderes Kapstadt als am Weg hinauf, da es nun inzwischen stockdunkel war und alle Lichter schon brannten. Anschließend fuhren wir noch zur Waterfront, wo wir ein spätes Abendessen in einem Burgerlokal einnahmen. Wie ihr an dieser Stelle wahrscheinlich schon gemerkt habt, die Cape Tonians”, die Einwohner Kapstadts, lieben Burger 🙂

This slideshow requires JavaScript.

An dieser Stelle musste ich mich für die nächsten drei Tage von meinen Mädels verabschieden, da diese im Gegensatz zu mir übers Wochenende keinen Trip auf die Garden Route machen würde. Meinen Bericht über das Wochenende habe ich bereits hier auf Englisch veröffentlich, falls ihr wissen wollt, wie es mir dort ergangen ist. Das waren meine Erlebnisse in meiner ersten Woche in Kapstadt. Da der Bericht sonst jeglichen Rahmen sprengen würde, habe ich beschlossen, über die zweite Woche einen separaten Beitrag zu schreiben. Dieser sollte in den kommenden Tagen online kommen.

Meine Frage an euch ist, ob jemand von euch vielleicht auch schon in Kapstadt war. Wenn ja, was waren eure Eindrücke von der Stadt? Eure Meinungen und Erlebnisse würden mich sehr interessieren. Ansonsten wünsche ich euch allen einen entspannten Tag 🙂

 

Advertisements