Hallo meine Lieben!

Weil ich richtig Lust drauf habe (und mich um ehrlich zu sein auch vor dem Lernen drücken möchte), folgt hier der zweite Teil der 16 Dinge, die ich 2016 gelernt habe. Viel Spaß dabei!

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9. Dranbleiben und kämpfen zahlt sich aus

Bei einer Niederlage gleich den Kopf in den Sand stecken und aufgeben? Nicht (mehr) mit mir! Als gute Schülerin war ich Rückschläge nicht wirklich gewohnt und fast alles klappte bei mir immer auf Anhieb. Als mein Studium mir zu Beginn nicht wirklich zusagte und ich nicht wusste, ob ich damit weitermachen sollte oder nicht, hatte ich da natürlich Zweifel an mir und meiner Zukunft. Doch ich beschloss, dem Ganzen noch mal eine Chance zu geben und mich parallel für die FH zu bewerben. Im 2. Semester gefiel mir das Studium dann schon erheblich besser und auch die langwierige Aufnahme an der FH bestand ich. Nun mache ich zwei Dinge, die mir wirklich Freude bereiten, und mir wurde durch den Spaß an der Sache und die tollen Leute, die ich dadurch kennenlernen durfte klar, wie sehr es sich gelohnt hat dranzubleiben.

10. Ich komme mit Umgangsformen anderer Länder besser klar als mit den mitteleuropäischen

Eine der Verhaltensweisen, die mich in Wien bzw. Westeuropa generell stört, ist dass die Menschen sich in der Öffentlichkeit zumeist so verhalten, als würden die Leute um sie herum nicht existieren. Im Zug sitzt man schweigend nebeneinander, nach einer Vorlesung in der Uni geht man oft schnurstracks heim, in der Warteschlange starrt man lieber eine habe Stunde ein Loch in die Luft, als sich mit den Personen vor und hinter sich zu beschäftigen. Für mich war es in den USA, aber auch in Spanien, eine sehr angenehme Abwechslung, als ich im Supermarkt an der Kassa oder im Fernreisebus einfach mit fremden Menschen ein Gespräch führen und über ihre Herkunft erfahren konnte. Ich finde es immer wieder eine wirklich bereichernde Erfahrung, mit Leuten außerhalb seiner “Social Bubble” zu sprechen, da es einem neue Blickwinkel und ein verbessertes Verständnis der Allgemeinheit gibt. In meinem Artikel über die US Wahl bin ich bereits genauer auf das Problem der Social Bubble eingegangen.

11. Risiko zahlt sich aus

Als ich meinen Freunden daheim erzählte, dass ich allein nach New York gehen würde, meinte der Großteil von ihnen, dass sie das nicht machen bzw. dass ihre Eltern ihnen das nicht erlauben würden. Natürlich bekam ich dadurch ein etwas mulmiges Gefühl-war das, was ich vorhatte, vielleicht doch zu riskant? Schließlich würde ich das erste Mal einen fremden Kontinent besuchen, und das ohne dort eine Menschenseele zu kennen. Aber ich zog es einfach durch und bereute es kein bisschen-das Risiko war es einfach sowas von wert 🙂

12. In Ostasien wird das Alter anders berechnet als bei uns

Ein Fakt, der mich in Erstaunen versetzte: In Japan, Südkorea & co. ist man zu seiner Geburt bereits ein Jahr alt. An Neujahr wird die gesamte Bevölkerung offiziell um ein Jahr älter. Das bedeutet, dass ein Kind, welches am 31. Dezember geboren ist, an seinem zweiten Lebensweg (dem 1. Januar) in Ostasien bereits zwei Jahre alt ist. So wäre ich in Japan bereits 22 Jahre alt-was für mich wirklich verrückt klingt. Ein südkoreanisches Mädchen, das ich traf, sagte mir auch, dass sie von unserem westlichen Alter ebenso wenig Ahnung hatte wie ich vom asiatischen. Aber sie meinte, dass der eigentliche Geburtstag dennoch gefeiert wird und ihn nicht alle am 1. Januar zelebrieren-ein Glück für die asiatischen Kinder 🙂

13. Manche Dinge liegen in der Vergangenheit-nicht zwanghaft daran festhalten, sondern loslösen

Befindet man sich im selben sozialen Umfeld wie eine andere Person, so ist es einfach, Gesprächsstoff zu finden: Man unterhält sich über die gemeinsame soziale Gruppe. Wenn man dann allerdings getrennte Wege geht und in eine andere Stadt zeiht bzw. eine andere Uni besucht, so wird einem das Fundament der Gemeinsamkeiten genommen. Ich habe in diesem Jahr gemerkt, dass ich mit manchen Menschen in meinem Leben, auch wenn ich diese immer noch gerne mag, nicht mehr viel gemeinsam habe, weil wir uns einfach in unterschiedliche Richtungen entwickelt haben. Diese Realisation ist nicht immer leicht sich einzugestehen, aber anstatt zwanghaft daran festzuhalten, sollte man das akzeptieren und weitermachen.

14. Offenheit für Neues ist wichtig

Ich habe Menschen in meinem Bekanntenkreis, die ihre Komfortzone so gut wie nie verlassen: Sie studieren mit ihren alten Schulfreunden gemeinsam dasselbe Fach an derselben Uni und haben exakt denselben Freundeskreis wie noch vor 5 Jahren. Auch wenn  es toll ist, in der Lage zu sein Kontakt zu halten, sollte man sich dennoch nicht vor neuen Einflüssen verschließen. Denn diese Leute knüpften dadurch, dass sie immer von Bekannten umgeben waren, keine neuen Kontakte oder konnten neue Erfahrungen machen. Schlägt jemand eine Aktivität vor, die ich noch nie gemacht habe, dann sage ich prinzipiell mal ja- wer weiß, vielleicht wird es ja zu meinem neuen Hobby 🙂

15. Perfektion bringt selten etwas/ist es nicht wert

Ein Punkt, den wahrscheinlich jeder, der an die Uni wechselt, mitnimmt. Bei der Menge an Stoff, die zu lernen ist, kann man schlichtweg nicht alles perfekt beherrschen. Und eine bekannte Regel sagt, dass man mit 20% des Aufwandes 80% der Arbeit erledigt und die restlichen 80% der Zeit für die übrigen 20% aufwendet, man also viel Zeit für wenig Output verbraucht. Also hieß es beim Lernen für meine ersten Uniprüfungen, mich von meinem Perfektionismus zu verabschieden. Und ich merkte, wie befreiend das sein kann.

16. Man sollte die Vergangenheit nicht romantisieren

Wir Menschen neigen dazu, getreu dem Motto “Früher war alles besser” unsere Vergangenheit zu idealisieren, die schlechten Zeiten zu ignorieren/vergessen und nur die guten Erinnerung zu behalten. Auch mir fiel es um ehrlich zu sein anfangs nicht leicht, meine momentane Situation als solche zu akzeptieren und ich dachte mir oft “Wieso kann es nicht wieder so sein wie damals?” Doch man sollte nicht in der Vergangenheit schwelgen und sie romantisieren, da man so oft verführt ist, die Gegenwart, die sich gerade abspielt, nicht zu nutzen und fast ein wenig zu “verpassen”. Ich habe gelernt, die Vergangenheit als genau das zu nehmen was sie ist-vergangen- und mich auf die Jetztzeit zu konzentrieren, denn auch hier kann man tolle Erinnerungen für später begründen.

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Das war der zweite Teil der 16 Dinge, die ich 2016 gelernt habe. Deckt sich eine dieser Erkenntnisse mit dem, was ihr aus dem vergangenen Jahr mitgenommen habt? Es würde mich riesig freuen, wenn ihr mir in den Kommentaren eine Sache mitteilen würdet, die ihr 2016 gelernt habt. Ich liebe es immer, so etwas zu lesen und so auch etwas Neues zu erfahren.

Ich wünsche euch allen noch einen produktiven Tag 🙂

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