Hallo meine, Lieben und bonne année!

Das Jahr 2016 2017 hat nun offiziell begonnen und auch wenn man in die Zukunft und auf das, was das neue Jahr so bringen wird, schauen soll, riskiere ich noch einmal einen Blick zurück und möchte mit euch teilen, welche Lektionen ich in den vergangenen 366 Tagen mitgenommen habe. In der Vergangenheit habe ich bereits ähnliche Posts zu den 18 Dingen, die ich mit 18 gelernt habe, verfasst-bei Interesse könnt ihr sie hier, hier rund hier nachlesen. Einige meiner diesjährigen Erkenntnisse sind ernst, andere etwas weniger-vielleicht inspiriert die eine oder andere Weisheit ja auch euch 😉

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  1. Ehrlichkeit im Bezug auf Fehler ist erleichternd

Früher dachte ich, es wäre besser, meine Fehler und Dinge in meinem Leben, die schief gelaufen sind, am besten “unter den Teppich zu kehren” und unerwähnt zu lassen. In meiner Vorstellung würde ich schwach wirken, sollte ich über so etwas mit anderen reden. Doch im vergangenen Jahr merkte ich immer wieder aufs Neue, dass das Eingestehen von Niederlagen gegenüber anderen einen nur menschlich macht und stark wirken lässt: Nicht viele haben den Mut, zu ihren schwachen Momenten zu stehen und haben das Gefühl, ein perfektes Leben vorzuspielen und inszenieren zu müssen (vor allem durch Social media wie Snapchat). Dadurch sind viele unglaublich erleichtert und freuen sich, wenn man Dinge anspricht, die sie vielleicht im Innersten auch beschäftigen, sie sich aber nicht anzusprechen trauen. Zusätzlich ist das Aussprechen von Gedanken immer die beste Therapie 🙂

2. Reichtum ist nichts „schlechtes“

Ich komme aus Linz, einer Gegend bzw. einem Umfeld, dass zwar sicher nicht arm ist, jedoch sehr bescheiden. Die Menschen hier bevorzugen es zu sparen, über Geld wird nicht (bzw. wenn dann nur hinter vorgehaltener Hand) geredet und Luxusartikel wie Markenkleidung werden als Luxus und “Angeberei der G´stopften”angesehen. Louis Vuitton Taschen beispielsweise sieht man fast ausschließlich in gefälschter Form an Personen der unteren Schichten und sie werden daher eher mit “Proleten”in Verbindung gebracht. Im Laufe dieses Jahres habe ich allerdings eine Vielzahl an wohlhabenden Menschen kennengelernt, die fast ausschließlich alle bescheiden und überhaupt nicht abgehoben waren und dieselben Sorgen im Leben teilten wie ich auch. Dieser Punkt mag sich für einige vielleicht komisch anhören, aber ich habe 2016 die Assoziation, mit der ich aufgewachsen bin, abgelegt, dass Reichtum und auch das Reden über Geld etwas “schlechtes” ist.

3. Nationalität/Kultur verbindet

Ich liebe es, mich mit Menschen anderer Kulturen auszutauschen und über ihre Lebensweise zu erfahren. Doch da ich in diesem Jahr viel mehr als sonst im Ausland war habe ich gemerkt, wie deutsch ich im Grunde doch eigentlich bin. Ich hasse es, zu spät zu kommen, plane liebend gern alles in meinem Kopf durch und brauche eine gewisse Kontrolle über mein Leben (zumindest gefühlt :P). Außerdem schließe ich zwar generell eher schnell Freundschaften mit anderen, bin aber kein Typ, der sofort jeden seinen besten Freund nennt oder umarmt-da brauche ich meine Zeit und Distanz. Dadurch wurde mir klar, wie angenehm und verbindend es sein kann, wenn andere Menschen im Bezug auf soziale Normen und Distanzbedürfnis deine Einstellungen und Wünsche teilen.

5. In Saudi Arabien zahlt man keine Steuern

Etwas ganz anderes, was ich mir aber genauso gemerkt habe: Ein arabischer Junge aus meiner Englischgruppe in New York erzählte mir, es gäbe in seinem Land keine Abgaben an den Staat zu tätigen-die reiche Königsfamilie käme dafür auf. Für jemanden, der wie ich aus einem Sozialstaat kommt, kaum vorstellbar. Dennoch bevorzuge ich unser System, denn auch wenn wir einen großen Teil unseres Einkommen versteuern müssen-dafür haben wir die Möglichkeit, politisch mitzubestimmen und unser Land wird mit dem Geld ja auch intakt gehalten (wovon wir wiederum profitieren).

6. Es ist bei Freundschaft nicht entscheidend, wie lange man sich kennt

2016 durfte ich viele tolle Menschen kennenlernen und in mein Herz und Leben lassen. Sei es auf der Uni, auf der FH oder bei EF in New York, ich traf inspirierende Leute, mit denen ich schneller geklickt habe als je zuvor in meinem Leben. Früher hatte ich, was Freundschaften angeht, die Einstellung “Diese Person kenne ich schon länger, daher ist diese Beziehung wichtiger/stärker” und priorisierte nach diesem Muster bestimmte Kontakte. Doch ich habe gemerkt, dass, auch wenn langjährige Freundschaften etwas unglaublich Wertvolles sind, alte Freunde nicht automatisch bessere Freunde sind. Mit dieser Einstellung nimmt man sich die Chance, Menschen in sein Leben zu lassen, mit denen man sich vielleicht noch besser versteht als mit seinem aktuellen Bekanntenkreis.

Fall jemand von euch das hier liest: An dieser Stelle ein dickes Bussi an Alissa, Florence, Anja, Alice, Sarah, Katha, Christine, Maria, Ines, Anna und alle anderen, die mir in diesem Jahr ans Herz gewachsen sind ❤

7. Man darf sich in Selbstlosigkeit nicht selbst verlieren

Ich tendiere dazu, in Freundschaften der anderen Person alles Recht machen zu wollen und übernehme dann oft deren Aufgaben für sie. So habe ich einmal ein komplettes Geschichte Referat für eine Freundin und mich geschrieben und eine Präsentation vorbereitet von der sie nur mehr den von mir verfassten Text vortragen musste, da sie das für eine bessere Note brauchte (ich nicht, meine Note stand zu dem Zeitpunkt schon fest). Auch meine fertigen Aufgaben teilte ich immer bereitwillig mit anderen oder gab Auskunft über den Schul- bzw. Unistoff, kannte sich jemand nicht aus.Damit fiel ich dieses Jahr allerdings ziemlich auf die Nase, da meine Bereitschaft, selbst zurückzustecken (und mich in gewisser Weise “unterzuordnen”) ziemlich unerwartet ausgenutzt wurde und ich, als ich am Boden zerstört war, nur die Worte “Manchmal muss man zuerst an sich selber denken” zuhören bekam. Das hat mir zu denken gegeben. Zwar gebe ich für meine Freunde noch immer alles, reflektiere aber auch, ob die für mich auch dasselbe tun (würden)-ist dieses Verhalten einseitig, so führt das schnell zu Ausnutzung. (Dieser Punkt soll keinesfalls so herüberkommen, als würde ich mich als besseren Menschen oder nächste Maria Theresa sehen-das bin ich auf keinem Fall, ich kann manchmal auch ziemlich egoistisch sein habe unzählige Schwächen, derer ich mir auch bewusst bin. Hier gehe ich nur im Speziellen auf Freundschaftssituationen ein)

8. Alter ist wirklich nur eine Zahl

Während meiner Schulzeit war ich quasi nur von Menschen umgeben, die-ein Jahr auf oder ab-exakt gleich alt waren wie ich. An der Uni kam ich dann auch mit Menschen in Berührung, die ein paar Jahre älter waren als ich (da ich sofort nach der Matura/dem Abi zu studieren begann gab es niemand Jüngeren), was schon ungewohnt war. In New York traf ich dann sowohl auf Leute Mitte 20, schloss aber erstmals auch Freundschaften mit Menschen, die signifikant jünger sind als ich-eine Tatsache, die während meiner Schulzeit, wo alle, die mindestens 1 Klasse unter dir sind, als Kinder angesehen und ignoriert werden, niemals möglich gewesen wäre. Und hier erkannte ich auch, dass Alter wirklich nur eine Zahl ist: Ich lernte 16-jährige kennen, die erwachsener sind als 21-jährige in meinem Umfeld usw. Egal welches Geburtsjahr im Reisepass steht, mit der emotionalen und geistigen Reife eines Menschen steht das nicht zwingend in Verbindung.

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Da ich mich nur schwer kurz fassen kann, splitte ich diesen Artikel  in zwei Teile auf. Falls euch dieser Text gefallen hat, dann freut euch auf den zweiten Teil, der noch diese Woche kommen wird.

Bis dahin wünsche ich euch einen so verschneiten Tag wie ich ihn hier in Linz habe 🙂

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