Hallo meine Lieben!

Seit über einem Jahr lebe ich nun schon in Wien und glaube mittlerweile behaupten zu können, inzwischen schon so einiges über meine neue Heimat zu wissen. Daher möchte ich, in zugegebenermaßen eher unregelmäßigen Abständen meine liebsten Orte ausgewählter Bezirke der Stadt vorzustellen. Beginnen werde ich mit dem Alsergrund, meinem liebsten Wiener Gemeindebezirk, den ich wahrscheinlich auch am besten kenne.

Der Altersgrund ist der 9. Bezirk Wiens und damit einer der ursprünglichen, innerstädtischen Bezirke, die sich innerhalb des Gürtels befinden. Für alle Nicht-Wiener: Früher befand sich an der Stelle des Gürtels ein Linienwall, der die Wiener Stadtgrenze bildete. Unter Kaiser Franz Josef wurde dieser im 19. Jahrhundert abgetragen und die umliegenden Siedlungen eingemeindet. An Stelle des Walls wurde eine Stadtbahn Linie (jetzt die Kernstrecke der U6) errichtet und später eine dreispurige Autostraße, die die wichtigste Verkehrsstrecke Wiens darstellt und sehr stark befahren ist.

Nach diesem kleinen geschichtlichen Exkurs nun wieder zurück zum eigentlichen Thema. Der Alsergrund ist ein historisch bedeutender Bezirk, in dem sich in der Vergangenheit historische Persönlichkeiten wie Heinrich Doderer, Sigmund Freud, Ludwig van Beethoven und Anton Bruckner niederließen. Heutzutage ist er vor allem ein Studenten- und Botschafterbezirk und außerdem die Niederlassung vieler Arztkliniken, als Bedeutendste ist hierbei natürlich das Michelbeuern AKH zu nennen.

Da sich der Großteil der Fakultäten der Universität Wien in der näheren Umgebung befindet, hat sich im neunten Bezirk eine innovative, bunte Start-Up und Caféhauskultur entwickelt, die von der jungen und probierfreudigen Bevölkerung hier profitiert-ein idealer Ort für Zugezogene, die das Großstadtleben genießen wollen also. Des Weiteren ist der Alsergrund von wunderbaren Altbauhäusern durchzogen, deren Architektur einen Stadtspaziergang zum Erlebnis macht. Ein weiteres Plus ist die zentrale Lage- man braucht von keinem Punkt aus länger als 15 Minuten, um in die Innenstadt (1.Bezirk) zu gelangen. Und vom gut ausgebauten Verkehrsnetz ganz zu schweigen.

Genug über die Vorzüge des Alsergrunds geschwärmt-nun folgen die Plätze, die man hier unbedingt besucht haben sollte.

  1. Altes AKH

Einst wie der Name schon sagt das allgemeine Krankenhaus Wiens, wurde der riesige Gebäudekomplex zum Campus der Universität Wien umfunktioniert. In den einzelnen Innenhöfen, die im Sommer zum Entspannen zwischen den Vorlesungen einladen, finden sich von Restaurants, Geschäften über Bars alles was das Herz begehrt-selbst eine Fahrschule hat sich in den altehrwürdigen Mauern niedergelassen.

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Quelle: donauwalzer.at

In der Vorweihnachtszeit wird im Hof 1 das Weihnachtsdorf aufgebaut, mein liebster Weihnachtsmarkt Wiens. Er ist nicht zu kitschig, beschaulich-klein und doch kann man von Riesenrad fahren bin Eishockey spielen hier alles nur erdenkliche machen. Eine große Empfehlung meinerseits.

Auch in den wärmeren Monaten wird der Campus vielfältig genutzt, sei es für Ostermärkte oder Public Viewing Veranstaltungen.

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Quelle: Advent.at

2. Votivpark/Votivkirche

An der Grenze zum 1. Bezirk gelegen sind die Votivkirche und er dazugehörige Park sehr zentral, direkt am Schottentor gelegen, toll erreichbar. Für mich ist dasim neugotischen Stil errichtete Gebäude die schönste Kirche Wiens, die ich jederzeit de Stephansdom vorziehen würde. Im Votivpark, der mit seiner großen Zahl an Kirschbäumen gerade im Frühling einfach wunderschön anzusehen ist, lernen bzw. ruhen sich auf Grund der Nähe zur Hauptuni zu jeder Tageszeit jede Menge Studenten aus, sobald sich die ersten Sonnenstrahlen zeigen.

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Quelle: pinterest.com/TEJO

3. Servitenviertel

In der Nähe des Donaukanals bei der Rossauer Lände gelegen, bietet das Servitenviertel für mich die schönste Architektur Wiens außerhalb des ersten Bezirks. Ein fast südländisches Flair geht von diesem Viertel aus, und auch wenn man sich mit großer Wahrscheinlichkeit wohl keine Wohnung hier leisten kann-einen Spaziergang, ob bei Tageslicht oder des Nachts im Schein der Laternen ist gratis und für mich ein Must-Do für alle Ortsansässigen oder längere besuche.

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Quelle: Stadtbekannt.at

4. Porzellangasse

Diese Straße ist so edel wie ihr Name bereits vermuten lässt: Wie schon das Servitenviertel besticht auch die Porzellangasse mit eindrucksvoll-imperialer Architektur  Aber darüber hinaus finden sich hier viele niedliche Geschäfte und Cafés sowie das Sigmund-Freud Museum, da dieser in der angrenzenden Berggasse seine Klinik hatte. Erreichbar ist die Porzellangasse von der Innenstadt aus bequem mit der Ring-Straßenbahnlinie D, und wer von einem anstrengenden Wien-Tag voller Sightseeing etwas Erholung sucht, dem kann nur empfohlen werden, sich hier in einem gemütlichen Café zu setzen und das Flair der Umgebung zu genießen.

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Quelle: Instagram.com/jamilakalm
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Quelle: Instagram.com/eviiiiiiiii

5. Donaukanal

Der Donaukanal erstreckt sich zwar weit über die Grenzen des 9. Bezirkes hinaus, dennoch darf er hier nicht unerwähnt bleiben. Hier trifft man in der wärmeren Jahreszeit gefühlt halb Wien an, da die relaxte Atmosphäre auch wirklich dazu einlädt, sich nach getaner Arbeit mit einem Getränk an das Ufer der Donau zu setzen. In den vergangenen Jahren haben sich am Kanal auch viele (hippe) Lokale niedergelassen, in denen der Wiener sich gern einen After-Work-Spritzer genehmigt. Für Sportbegeisterte ist der Donaukanal ebenfalls ideal, um eine Runde laufen zu gehen oder eine Radtour zu unternehmen. Ich persönlich laufe meistens hier, einerseits aufgrund der geographischen Nähe und andererseits der spannenden Kulisse, die beim Gebäude-und People Watching keinerlei Langeweile aufkommen lässt. Nahe der U4 Station Rotsauer Lände befinden sich zusätzlich einige gut ausgestattete Sportplätze, bei denen man mit gleichgesinnten trainieren kann.

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Quelle: meinbezirk.at
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Quelle: meinbezirk.at
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Quelle: meinbezirk.at

6. Strudlhofstiege

Schon Heinrich Doderer widmete ihr einen eigenen Roman, und das mit gutem Grund: Die Strudlhofstiege strahlt ein ganz besonderes Flair aus und ist für Jung und Alt ein Anziehungspunkt, um zu lernen, zu lesen oder einfach nur um seine Gedanken schleifen zu lassen. Da ich früher ca. 100 Meter von diesem Ort entfernt gewohnt habe, besuchte ich die Strudlhofstiege fast täglich und habe auch dadurch eine ganz besondere Beziehung dazu entwickelt- und zu der fast zahmen Maus (von mir Hazel getauft), die die Stiege bewohnt und sich speziell Abends hier zeigt. Einmal im Jahr findet hier auch ein Jazz-Open Air Konzert statt, das ich ebenso empfehlen kann.

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Quelle: vienna-walks.blogspot.com

7. Liechtensteinpark und -palais

Direkt unterhalb der Strudlhofstiege befindet sich das altehrwürdige Palais Liechtenstein, welches sich durch seine imposante Architektur von seinem Umfeld abhebt. Hier werden Events und Empfänge abgehalten, jedoch kann man auch Führungen durch das Palais buchen. Einen Blick in das Gebäude würde ich einem zwar nahelegen, doch auch der dazugehörige Park ist wunderbar gepflegt, ruhig und wirkt wie zu einem Schloss gehörig. Hier wird natürlich kein Eintritt verlangt, was eine kostenfreie Alternative darstellt. Einige meiner Fotos für den Blog wurden bereits hier aufgenommen.

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Quelle: Wien-info.ar
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Quelle: kultur-online.net

8. Der Deewan

Wenn wir schon bei kostengünstigen Alternativen sind darf natürlich auch der Deewan nicht unerwähnt bleiben.  In der Liechtensteinstraße situiert, gilt in diesem außergewöhnlichen Restaurant das “Pay as you wish”-Prinzip: Jeder zahlt so viel Geld, wie ihm das Essen wert ist und er für angemessen hält. Ein tolles Konzept, das aufzugehen scheint- immerhin ist das Lokal Kult, jederzeit gut besucht und hält sich schon lange-wesentlich länger als der Großteil der kostenpflichtigen Konkurrenz.

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Quelle: deewan.at

9. Charlie P´s

Als nächstes stelle ich euch mein liebstes Irish Pub vor. Das Charlie P´s gibt es wie den Deewan schon lange-mit gutem Grund. Denn egal an welchem Wochentag, hier ist immer gute Stimmung. Fußballfans kann ich diesen Ort zum gemeinsamen Match ansehen wärmstens empfehlen, doch auch die Karaoke Nacht jeden Montag, bei der selbst das Personal zum Mikrofon greift, hat es in sich. Nebenbei ist das Essen gut und die Getränke haben einen angemessenen Preis für das Studentenbudget. Um seinen Abend gemütlich mit Freunden ausklingen zu lassen ist man im Charlie P´s immer richtig. Zusätzlich ist es in der Schwarzspanierstraße nahe Schottentor gelegen, was es mit den Öffis schnell erreichbar macht.

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Quelle: falter.at

10. Café Francais

Zuletzt stelle ich euch einen weiteren Evergreen vor-das Café Francais. In der Währingerstraße, neben der Votivkirche gelegen, findet man hier eine raffinierte Speisekarte, deren Angebot sich von jedem 08/15-Hipsterlokal abhebt. Neben dem vorzüglichen Essen hat man einen tollen Blick auf den Ring, Votivpark und Hauptuni-was will man mehr 😉

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Quelle: wienmitkind.at
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Quelle: Instagram.com/naceta

Ich hoffe sehr, meine kleine Zusammenstellung hat euch gefallen und vielleicht dazu inspiriert, die ein oder andere Location mal zu besuchen. Habt ihr noch irgendwelche Plätze im 9. Bezirk, die ich vergessen habe? Dann lasst es mich mit einem Kommentar wissen, ich freue mich immer über neue Tipps 🙂

 

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