Hallo meine Lieben!

Wie ich im Travel Diary über meinen Aufenthalt in Andalusien bereits angekündigt habe, folgt hier ein separater Artikel über Sevilla und die Plätze, die man in dieser wunderbaren Stadt auf jeden Fall besuchen sollte. Hierbei muss ich eingangs erwähnen, dass ihr einige der von mir genannten Punkte wohl auch auf anderen Seiten lesen werdet-schließlich kann auch ich das Rad nicht neu erfinden und da Geschmäcker bekanntlich häufig ähnlich sind, werden sich ein paar meine Lieblingsplätze wohl mit denen anderer decken. Ich hoffe, euch mit diesem Beitrag auf den Geschmack zu bringen, diese tolle, meiner Ansicht nach unterbewertete Stadt zu besuchen. Eine Warnung muss ich noch aussprechen: Fernweh ist am Ende dieses Posts garantiert 😉

  1. Die Gebäude der ibero-amerikanischen Ausstellung

Im Jahr 1929 lud Spanien seine ehemaligen Kolonien, mit denen seit deren Unabhängigkeit jedweilige diplomatischen Beziehungen abgebrochen worden waren. Um sich den lateinamerikanischen Staaten wieder anzunähern, lud der spanische König diese zur sogenannten ibero-amerikanischen Ausstellung nach Sevilla ein. Dies wurde natürlich groß und aufwendig zelebriert: So ließ man für jedes der 23 teilnehmenden Länder einen Pavillon errichten, der jeweils im damals üblichen architektonischen Stil des Landes erbaut wurde. Diese Bauten finden sich alle entlang des Paseo de las Delicias, im María-Luisa-Park, der am Plaza de Espana endet. Einen Spaziergang entlang dieser Straße sollte man auf alle Fälle einplanen, da sich einem hier die Möglichkeit bietet, innerhalb kürzester Zeit eine Vielzahl wunderschöner Gebäude in architektonisch komplett verschiedenen Stilen bestaunen zu können. Die hier gezeigten Bilder stellen nur einen kleinen Teil davon dar, schließlich will ich euch für euren zukünftigen Besuch nicht gleich alles vorweg nehmen 😉

2. Der Alcázar

Wie viele Städte des ehemals unter maurischer Herrschaft stehenden Andalusiens besitzt auch Sevilla einen Alcazar-Palast. Zuerst als maurische Fort genutzt und später zum Palast Al-Muwarrak erweitert. Nach dessen Zerstörung im Zuge der Réconquista, der Rückeroberung durch die Christen, wurde auf dessen Ruinen ein neuer Palast im maurisch-islamischen Stil erbaut. Die spanische Linie der Habsburger, die hier Residenz hielt, erweiterte den Alcázar erneut, wodurch moderne, gotische Elemente Einzug hielten. Er zählt zum UNESCO Weltkulturerbe und diente als Drehort für die Dorne-Szenen der von mir heiß geliebten Fernsehserie “Game of Thrones”.

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Quelle: Nattivus.com

Wer noch nie einen maurischen Palast in Andalusien gesehen hat, für den ist dies natürlich ein Must-See. Doch auch für alle anderen Besucher ist er sehr empfehlenswert, schließlich gilt er als schönster unter den Alcázars-schöner sogar als die weitaus bekanntere Alhámbra.

3. Die Giralda

Einst die Hauptmoschee Sevillas, wurde sie von den Christen niedergerissen-abgesehen von ihrem Minarett, das erhalten blieb. Zwar wurde es zum Teil umgebaut, aber dient heute als Glockenturm für die auf den Grundmauern der Moschee errichtete Kathedrale von Sevilla, die selbst einen spätgotischen Stil aufweist. Auch wenn die Giralda an sich schon nett anzusehen ist, verpasst man das beste, wenn man nicht auch auf den Glockenturm hinaufsteigt. Oben angekommen hat man nämlich einen wahnsinnig tollen 360° Blick über die Stadt, der einem hilft, einen guten Überblick über Sevilla seinen Aufbau zu bekommen.

In der dazugehörigen Kathedrale, die mit ihrem Prunk beeindruckt, befindet sich außerdem das Grab von Christoph Kolumbus,der ja bekanntlich den amerikanischen Kontinent entdeckte. Der Sarkophag wird von vier Personen getragen, die die mittelalterlichen Königreiche León, Kastilien, Aragón und Navarra repräsentieren. Die Figur rechts vorne spießt mit ihrer Lanze einen Granatapfel auf, was eine Anspielung auf die Rückeroberung Granádas darstellt, die zeitgleich mit Kolumbus´ Entdeckung im Jahr 1492 stattfand.

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Columbus´Grab

4. Der Plaza de San Francisco

Im Herzen der Innenstadt gelegen, diente der Plaza de San Francisco lange als Hauptplatz Sevillas. Zwar wurde er inzwischen vom Plaza Nueva (neuer Platz) in dieser Funktion abgelöst, für mich stellt er trotzdem weiterhin den schönsten Platz der Innenstadt dar. Beim Schlendern durch die Einkaufsstraßen der Stadt entdeckte ich diesen Ort zufällig und war sofort verzaubert von der außergewöhnlichen Architektur der Fassaden: Kein einziges Gebäude glich einem anderen, jedes war individuell für sich eine genauere Betrachtung wert. Eine Auswahl an Bilder der Häuser des Plaza habe ich hier in der Galerie eingefügt.

Wer sich etwas mehr Zeit nehmen will, um die Atmosphäre des Platzes aufzusaugen, dem sei empfohlen, eines der zahlreichen Cafés und Restaurants aufzusuchen, die Außenbereiche zum Sitzen direkt auf dem Plaza anbieten. Hierzu ein kleiner Fakt: Wusstet ihr, dass die bekannteste Spezialität der spanischen Küche, die Tapas, ursprünglich aus Sevilla stammen? Also ist es ein kleiner “Bonus-Tipp” meinerseits, hier auf dem Platz in einer Tapas Bar zu essen und dem spanischen “estilo de vida” zu frönen.

5. Der Plaza de Espana

Mein Highlight in Sevilla habe ich mir (natürlich) für den Schluss aufgehoben. Und dieses Highlight ist ohne jeden Zweifel der Plaza de Espana am Ende des bereits erwähnten des Paseo de las Delicias. Auch er wurde im Zuge der ibero-amerikanischen Ausstellung von 1929 durch Aníbal González, den leitenden Architekten der Gesamtveranstaltung, entworfen. Der riesige, halbmondförmige Platz ist unglaublich schön und erinnert durch seinen Kanal mit den verschnörkelten Brücken darüber leicht an Venedig, während die Gebäude auf dem Platz im maurischen Stil angehaucht sind. Wem meine Bilder hier von irgendwo her bekannt vorkommen, der irrt sich höchst wahrscheinlich nicht: Der Plaza de Espana ist eine beliebte Filmlocation, die schon für zahlreiche Blockbuster Produktionen als Kulisse herhielt. So wurden unter anderem die Naboo Szenen der Star Wars Prequels, Mission Impossible oder James Bond hier gedreht. Klar, dass mich als Filmjunkie der Anblick des Platzes, zusätzlich zu seiner Schönheit, auch durch seinen Geek-Faktor in Ekstase versetzte. Und da auch das Licht an diesem Tag fantastisch war, schoss ich Foto um Foto um Foto… an dieser Stelle eine Entschuldigung an meine Begleiter, die mich zu diesem Zeitpunkt aushalten mussten 🙂 Um es kurz zu machen: Wer nach Sevilla reist, sollte unbedingt auf den Plaza de Espana gehen-ansonsten hat man das Schönste an der ganzen Stadt verpasst.

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Natürlich hätte ich an dieser Stelle noch viele weitere tolle Plätze in Sevilla nennen können, was jedoch den Rahmen dieses Beitrags gesprengt hätte. Abschließend kann ich nur noch einmal verdeutlichen, dass sich eine Reise nach Sevilla definitiv lohnt-am besten mehr als nur ein Tagesausflug, denn es gäbe in der Stadt so viel zu entdecken-jede der kleinen, engen Gassen der Altstadt und jede der breiten,imperial anmutenden Avenidas bietet mindestens eine Sache, die Aufmerksamkeit auf sich zieht und eine nähere Betrachtung wert ist. Sevilla ist außerdem eine sehr gut renovierte, saubere Stadt mit einem großen öffentlichen Verkehrsnetz, was einem den Aufenthalt zusätzlich verschönert. Ich hoffe sehr, zumindest eine Person davon überzeugt zu haben, in diese wunderbare und unterbewertete Stadt zu reisen, die zu Unrecht im Schatten der populären andalusischen Touristenstädte wie Málaga und Marbella steht.

Zum Abschluss ein paar weitere “Hidden Treasures” in Sevilla:

 

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