Hallo meine Lieben!

Wie ihr vielleicht auf Instagram mitbekommen habt, habe ich vor knapp zwei Wochen mit meiner Familie ein paar Tage in Deutschland verbracht. Ich liebe Deutschland total, das Land hat einfach so eine Vielfalt, wunderschöne Städte und tolle Natur zu bieten. Außerdem mag ich die Deutschen als Volk sehr gerne (zugegeben ist da kein großer Unterschied zu Österreichern ^^) und fühle mich in dem Land immer wieder pudelwohl. Ursprünglich war mein Plan, nach München studieren zu gehen, was ich aufgrund der bürokratischen Hürden dann verwarf. Aber ganz ist das Thema noch nicht vom Tisch, ein Semester oder sogar meinen Master will ich gerne bei meinen Nachbarn machen 🙂

Falls ich hier Leser aus Deutschland habe, bitte schreibt mir woher ihr seid, vielleicht bekomme ich dadurch Inspiration wohin es mich in einem baldigen Urlaub ziehen wird.

Nun aber nach einigen Abschweifungen zum eigentlichen Thema, meinem Aufenthalt in Dresden. 

Nach einem eintägigen Zwischenstop in Waldsassen in Oberbayern, wo ein Geschäftspartner meines Vaters seinen Unternehmenssitz hat, ging es zu unserem eigentlichen Ziel, der sächsischen Hauptstadt. Von Linz aus fuhren wir an zwei Tagen jeweils um die 3 Stunden, womit wir insgesamt ca. 6 Stunden nach Dresden benötigten. Mir als Zappelphilipp kam es nur gelegen, nicht die sechs Stunden durchzufahren, , da ich mich und mein Problem, lange still zu sitzen, nur all zu gut kenne.

Übernachtet haben wir im NH Collections Hotel Dresden, das sich direkt im Zentrum neben der Kreuzkirche und der Altmarktgalerie befand. Das Zimmer war sauber und modern und auch das Bad (mit Dusche und Badewanne ausgestattet) entsprach meinen Vorstellungen, aber mein ganz klares Highlight war das Frühstücksbuffet: Vom klassischen English Breakfast mit Baked Beans, Spiegelei und Würstchen über frisches Gepäck, Aufschnitt, Aufstriche und Müsli bis hin zu selbst gemachten Waffeln gab es wirklich alles, was das Herz begehrt. Jeden Morgen blickte ich dem Frühstück mit Freude entgegen.

IMG_1839.JPG

Wie bereits erwähnt wohnten wir neben der Altmarktgalerie, einem großen Einkaufszentrum, das von Montag bis Samstag bis 21 Uhr geöffnet hat. Neben einem kompletten Untergeschoß mit ausschließlich Restaurants und Supermärkten gab es hier auch einen Apple Store, H&M, Zara sowie zahlreiche weitere bekannte Geschäfte. An die Altmarkt Galerie schließt direkt die Prager Straße an, Dresdens kilometerlange Einkaufsstraße. Obwohl es hier von Menschen nur so wimmelte, genoss ich die Straßenmusiker-und Künstler, unter anderem spielten vier Jugendliche ein tolles Cover von “Oh Johnny”. Das gefiel mir so gut, dass ich ihnen etwas Geld da ließ. Das ist ein echtes Testiment zu ihrer Qualität, da ich in Wien schon viele teils gute Straßenmusiker gehört habe. An der Prager Straße stattete ich der Centum-Galerie einen Besuch ab, wo ich bei Pull&Bear (was es in meiner Umgebung sehr selten gibt), Primark und Media Markt vorbeischaute. Generell kann ich sagen, dass Dresden zum Shoppen eine gute Adresse ist, was sich auch an den zahlreichen Menschen aus den nahegelegenen Tschechen und Polen zeigte, die zum Einkaufen über die Grenze fahren.

This slideshow requires JavaScript.

Da sich der Dresdener Hauptplatz, der Theaterplatz, nur 5 Minuten von unserem Hotel entfernt befand, konnten wir ihn und die Sehenswürdigkeiten um ihn herum jederzeit bequem zu Fuß erreichen. Die bekannte Semperoper enttäuschte mich und meine kulturaffige Mutter zugegebenermaßen ein wenig, da wir sie uns von den uns bekannten Aufnahmen her eindeutig größer und spektakulärer vorgestellt hatten. Aber so ist es des Öfteren mit Monumenten. Am Theaterplatz, direkt an der Elbe, befanden sich neben der Semperoper noch die Hofkirche und das Schloss, die ehemalige königliche Residenz. All diese Gebäude der Altstadt waren aus gelblich-dunklem Sandstein erbaut und wirkten riesig und sehr mächtig, was sowohl material- als auch stilmäßig in großen Kontrast zu den niedlich kleinen Fachwerkbauten Baden Württembergs oder Hamburgs Ziegelbauten steht. Da Dresden mit seinen ca. 550 000 Einwohnern eine weitläufige Stadt ist, die man definitiv zu Fuß nicht gänzlich entdecken kann, empfehle ich, bei einem kürzeren Aufenthalt eine Tour mit den Hop on-Hop off Bussen zu machen oder sich bei längerem Besuch ein Wochenticket für die öffentliche Verkehrsmittel zu kaufen.

Mein liebster Teil Dresdens war definitiv der Neumarkt. Mit seinen bunten Gebäuden, den Restaurants am weitläufigen Platz und der architektonisch interessanten Frauenkirche in seinem Zentrum war es ein wirklich zauberhafter Ort, dem ich mehrfach einen Besuch abstattete. Das einzige Manko dabei war, dass wir (trotz 4 Versuchen) nie die Gelegenheit hatten, die Frauenkirche tatsächlich zu betreten, da sie jedes Mal (aufgrund von Messen oder ähnlichem) geschlossen war. Aber auch von außen war sie sehenswert 😉

IMG_1932
Die Dresdener Altstadt, Blick von einer der zahlreichen Brücken (aufgenommen während meines Laufs)

An einem Abend ging ich entlang der Elbe laufen, um noch etwas mehr von der Stadt sehen zu können. Richtig spannend dabei fand ich die vielen Gegensätze: Direkt neben den beeindruckenden Sandsteinbauten der Altstadt, die für mich das architektonische Pendant zu einer Richard Wagner Oper sind, standen kommunistische Plattenbauten, und wenn man die Elbe etwas weiter hinunter lief, konnte man die mit viel lieb zum Detail erbauten Elbschlösser erblicken. Wie man durch meine Schilderungen wohl bereits merkt ist Dresden eine sehr diverse, kunterbunte,  nicht auf dem Reisbrett entworfene Stadt, die mit vielen Grünflächen ausgestattet ist. Dies ist wahrscheinlich aus darauf zurückzuführen, dass die gesamte Dresdener Innenstadt am 13. und 14. Februar 1945 von den alliierten Fliegern zerbombt wurde und kein Stein auf dem anderen blieb. Durch die wenigen Geldmittel, die die russischenBesatzungsmacht für den Wiederaufbau der Stadt zur Verfügung stellte, dauerte dieser mehrere Jahrzehnte, und manche Gebäude wurden garnicht erst rekonstruiert. Man merkt allerdings, dass die Stadt pulsiert, es gibt in der Innenstadt viele Baustellen, an denen neue Gebäude errichtet werden, Dresden ist-nicht nur kulturell-in ständigem Wandel.

This slideshow requires JavaScript.

Wenn man sich in Dresden bzw. Sachsen aufhält, dann kann ich ebenfalls noch eine Flussfahrt auf der Elbe oder einen Ausflug in die sächsische Schweiz empfehlen, was wir gemacht haben. Dort lässt es sich wunderbar wandern, die Natur dort ist echt schön und gerade wenn man einen Berg (gut, im Vergleich zu den Alpen eher einen Hügel ;P) erklimmt, wird man mit einem spektakulären Ausblick belohnt.

This slideshow requires JavaScript.

Auch das Schloss Moritzburg besuchten wir noch. Dieses befindet sich ca. eine halbe Stunde von Dresden entfernt und ist den Weg definitiv wert. In diesem Schloss wurde der bekannte Weihnachtsklassiker “Drei Haselnüsse für Aschenbrödel” gedreht, und obwohl Führungen zu diesem Thema angeboten werden, ist das Bauwerk nicht nur für Fans zu empfehlen. Es ist an sich schon prächtig und von einem künstlich angelegten See umgeben, auf dem Schwäne und Enten schwimmen, die man von der Brücke zum Schloss aus beobachten kann. Außerdem lässt es sich noch durch die zum Schloss gehörige Wälder streunen, wo es auch ein Wildtiergehege gibt.

IMG_1943
Regensburg (an einem bewölkten Tag mit suboptimalen Lichtverhältnissen)

Wie sich aus diesem Text erlesen lässt, gab es einiges an Programm für uns, und dementsprechend angenehm war dann auch die lange Heimfahrt, die ich zum Entspannen nutzte. Wir legten nur noch einen kurzen Stop im schönen Regensburg ein, bis es endgültig zurück nach Linz ging. Als die Herren der Schöpfung Ermüdungserscheinungen zeigten, wurde ich ans Steuer gelassen und hatte so auch noch meine erste Fahrt auf der deutschen Autobahn, wo ich mal richtig Gas geben konnte 😉

Alles in Allem hatte ich einen wirklich netten Kurzurlaub in Dresden. Zwar reit sich die Stadt nicht in die Liste meiner Lieblingsorte ein, doch ist sie, gerade aufgrund ihrer Andersartigkeit, einen Besuch wert, ein Geheimtipp für all diejenigen, die das Gefühl haben, dass jede Stadt für sie inzwischen schon gleich ausschaut.

Sächsische Grüße

Eure Ingrid

 

Advertisements