Sinkende Geburtenraten und eine Vielzahl an total auf ihre Kinder fokussierten Erwachsenen zeigen Konsequenzen: Wir drohen zu einer Gesellschaft der Egoisten Individualisten zu werden.

Seit dem 2. Weltkrieg hat sich der Wohlstand in unserer westlichen Welt vervielfacht, den Menschen steht eine unüberschaubar große Anzahl an persönlichen (Entfaltung)Möglichkeiten zur Verfügung. Durch die Frauenrechtsbewegung begab auch das weibliche Geschlecht in die Berufstätigkeit.Folglich war Karriere das erklärte Ziel, die Familienplanung musste erst mal hinten anstehen-und mehr als ein Kind war und ist seither nicht drinnen, wenn man in seinem Job bleiben will. Und mehr und mehr junge Erwachsene verzichten komplett auf Nachwuchs, auch weil sie sich das “nicht antun” und stattdessen “ihr freies und verpflichtungsloses Leben genießen” wollen. Kinder sind eben doch eine finanzielle Belastung, durch den Verzicht darauf ist dann schon eher ein Ferienhaus auf Mallorca oder ein schickes Auto im Budget drin.

Die jungen Leute, die sich für Nachwuchs entscheiden-auch wenn sie bei der Geburt des ersten Kindes im Schnitt immer älter werden-setzen dafür häufig ihre ganze Energie und Hoffnung in ihr eines Kind, ihren Augapfel: Es wird ihm jeder Wunsch von den Augen abgelesen, jedes mögliche Leid mit aller Kraft vermieden, jede Fördermöglichkeit ergriffen. Diese Kinder. besonders Einzelkinder oder Nesthäkchen, verbringen ihre Kindheit in einem künstlichen Glashaus der Harmonie und problemlosen Welt, in dem sich alles nur um sie dreht. Teilen, Niederlagen oder Kompromisse tauchen nicht auf und können daher auch nicht erlernt werden. Dabei wären das alles essenzielle soziale Fähigkeiten im Umgang mit anderen.

So wurde eine Gesellschaft der Egoisten und Muttersöhnchen (das betrifft Mädchen/Frauen genauso, es existiert nur keine mir bekannte weibliche Version des Wortes ^^) herangezüchtet, die denkt, im Leben nicht kooperieren zu müssen und alles auf dem Silbertablett serviert zu bekommen-wie sie es noch aus ihrer Kindheit gewohnt ist.

IMG_0051

Und das Traurige dabei: Wenn man sich nicht auf diese  diese neuen Gegebenheiten einstellt und an und anpasst, wird man von den Angehörigen dieser Gruppe Menschen kalt ausgenützt. Dies musste ich (wie vieles andere) auf die harte Tour lernen. Ich möchte mich hier keinesfalls alt fehlerlosen Menschen darstellen, denn das bist ich DEFINITIV nicht. Allerdings wuchs ich mit zwei Brüdern, mit denen ich auch sehr eng bin, auf und war es dadurch von Anfang an gewohnt, Kompromisse zu machen und auch mal für andere zurückzustecken. Ich beobachte nur immer und immer wieder, dass einem erheblichen Teil der  Menschen meiner Generation diese soziale Kompetenz fehlt-mit fatalen Folgen.

Man wird von ihnen dafür abgestraft, die “bessere”, nachgiebige Person zu sein,  da zu kooperieren und zurückzustecken ihnen schlichtweg fremd ist. Und diese durch “Helikoptereltern” verursachten Strukturen werden immer stärker und folgenreicher: Lehrer beklagen sich, dass die Kinder in den Schulen immer frecher, rücksichtsloser werden und nicht mehr bereit dazu sind, Leistungen zu erbringen. Im Gegenzug stehen bei jeglicher noch so kleiner Kritik sofort die Eltern in der Sprechstunde und beschweren sich über den harschen, ungerechtfertigten Umgang mit ihrem “bengelsgleichen” Kind.

Keine guten Voraussetzungen für die Zukunft-besonders da man dazu gezwungen ist, sich an die egoistischen und opportunistischen Kollegen anzupassen wenn man im Haufischbecken Leben Oberwasser behalten will. Ich für meinen Teil habe daraus gelernt, gebe aber trotzdem die Hoffnung nicht auf, dass wir diese gesellschaftliche Phase des Egoismus und Individualismus hinter uns lassen können.

Optimistische Grüße

Eure Ingrid

Advertisements