Hallo meine Lieben!

Wie bereits angekündigt kommt zum Wochenende der finale dritte Teil meiner Serie “18 Dinge, die ich mit 18 gelernt habe”. Ich hoffe, dass euch auch die letzten 6 Punkte gefallen und ihr euch damit identifizieren könnt. Ich denke, dass auch diesmal wieder einiges Neues dabei ist. Also viel Spaß beim Lesen 🙂

13. Auf andere Leute zugehen

In dieser Hinsicht war ich nie super schüchtern, jedoch kostete es auch mir einiges an Überwindung, fremde Menschen anzusprechen, weshalb ich es so gut wie möglich vermied und mich stattdessen an meine Freunde hielt. Doch mit meinem Umzug nach Wien musste ich klarerweise auch mal selbst die Initiative ergreifen, um mit anderen ins Gespräch zu kommen, Freunde zu finden oder an Informationen zu kommen. Also fasste ich mir ein Herz, begab mich außerhalb meiner Komfortzone und sprach etwa auf der Uni meine Sitznachbar in der Vorlesung einfach an. Und siehe da: Es war bei weitem nicht so schlimm wie gedacht und ich fand sogar Spaß daran, auf andere Menschen zuzugehen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Klar geht nicht jede einzelne Person darauf ein und nicht mit allen Gesprächspartnern wird man auf einer Wellenlänge sein, aber im Großteil der Fälle zahlt es sich aus 🙂

14. Ich bin Patriotin

Als ich jünger war, noch in meiner Heimatstadt lebte und konstant eigentlich nur von „Meinesgleichen“ umgeben war, war ich überhaupt nicht patriotisch und fand unsere Brauchtümer und unseren Dialekt vor allem eines: peinlich. Erst als ich nach Wien, in eine kosmopolitische Weltstadt zog, wo ich noch aktiver mit anderen Kulturen, Dialekten und Herkunftsorten (auch innerhalb Österreichs :P) konfrontiert wurde und nicht mehr automatisch von oberösterreichischer Kultur, Dialekt, Lebensart und Brauchtum umgeben war, begann ich diese richtig zu schätzen. Mir fiel auf, wie charmant unser Dialekt sein kann, was für schöne Traditionen wir im Laufe des Jahres zelebrieren und wie sehr eine gemeinsame Herkunft einen wertemäßig verbinden kann. Inzwischen kann ich von mir behaupten, stolze Linzerin und Österreicherin zu sein. Ich spiele sogar mit dem Gedanken, mir mein erstes Dirndl zu kaufen 😉

15. Offenheit gegenüber anderen Kulturen

Gleichzeitig wurde ich sicherlich auch offener gegenüber anderen Kulturen. Nicht dass ich das zuvor nicht gewesen wäre, mein Blick wurde aber definitiv noch um einiges mehr geweitet, da ich nach 12 Jahren Bildung in Schulklassen, die zu 95% aus Österreichern bestanden hatten, nicht viel Kontakt zu Menschen aus anderen Ländern und Kulturen hatte. Daher fand ich es total spannend, in meinem sehr internationalen Studiengang, auf den Straßen Wiens und in meinem Studentenwohnheim Leute mit anderer Herkunft kennenzulernen, die teilweise ganz andere politische und soziale Ansichten und einen anderen Lebensstil haben. Gerade was Essenszeiten und Essgewohnheiten, ein Thema welches mich prinzipiell sehr interessiert, angeht, gibt es hierbei Unterschiede wie Tag und Nacht. Bemerkenswert fand ich aber, dass trotz unterschiedlicher Wertesysteme und –vorstellungen ein harmonisches, respektvolles Miteinander und eine nette gemeinsame Zeit möglich waren und sind.

image

16. Dinge selbst in die Hand nehmen

Wenn man noch zuhause bei seinen Eltern lebt, dann kann man unangenehme Telefonate und andere organisatorische Dinge recht einfach und bequem auf seine Eltern abschieben. Denn auch ich leide unter der „Krankheit“ der Generation SMS, Telefonate wie den Teufel zu meiden. Ich spiele sogar mit dem Gedanken, zu diesem Thema einen separaten Post zu veröffentlichen ^^ Nun ja, mit der Volljährigkeit und speziell mit dem Auszug war dann auf einmal nicht mehr die Mutter da, die bei Bedarf lästige Kleinigkeiten wie das Abholen eines amtlichen Papieres oder einen Anruf bei der Fahrschule übernehmen konnte. Das sind jetzt nur triviale, kleine Beispiele, aber anfangs war das alles ganz neu für mich und komplett außerhalb meiner Komfortzone. Auch jetzt schiebe ich Telefonate mit mir unbekannten (oder auch bekannten) Personen so weit hinaus wie es geht, habe aber gelernt, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen und mein Leben komplett allein zu regeln und zu organisieren.

17. Allein sein/nicht allein sein

Eine Sache, die ich definitiv gelernt habe, ist, für längere Zeit wirklich allein zu sein. Damit meine ich nicht nur ein paar Stunden, sondern auch mal mehrere Tage lang weder (enge) Freunde noch Familie zu sehen. Anfangs war das für mich, die aus einem 5 Personen Haushalt mit großem Familienzusammenhalt kommt, sehr ungewöhnlich und nicht ganz einfach. Doch einerseits lernte ich dadurch, auch mal mit mir alleine zu sein, andererseits fing ich an, anderen öfter mal selbst eine Aktivität vorzuschlagen. Und auch wenn es anfangs sehr seltsam für mich war, alleine zu einer Veranstaltung zu kommen (und erst dort meine Leute zu treffen) oder shoppen zu gehen, es ist nicht so unangenehm wie man es sich vorstellt.

18. Gefühl für Geld

Das Leben ist teuer, für alles braucht man Geld. Ja, diese Erfahrung machte ich im letzten Jahr. Klar wusste ich zuvor auch schon, dass (fast) nichts umsonst ist. Wie viel Geld man im Alltag aber wirklich braucht, fand ich erst dann heraus, als ich von daheim auszog und mein Budget selbst verwalten musste. Denn auch kleine, alltägliche Dinge wie Essen, Bus/Zugtickets, Bücher und Stifte summieren sich und machen über das Monat hinweg eine beträchtliche Summe aus. Daher würde ich definitiv sagen, dass ich ein besseres Gefühl für Geld bekommen habe, genauso wie die Erkenntnis, dass das Leben teuer ist.

IMG_8438

So, das waren nun alle 18 Dinge, die ich mit 18 gelernt habe. Es ab sicherlich noch mehr Lehren, die ich in diesem Lebensjahr gezogen habe. Falls ihr solche Beiträge mögt, dann teilt es mir in Form eines Kommentars mit. Dann würde ich es in Erwägung ziehen, auch noch Posts zu den Lektionen, die ich Studium bzw. bei meinem Auszug von zuhause gelernt habe, zu verfassen.

Bis dahin wünsche ich euch noch einen lehrreichen Freitag und ein schönes Wochenende.

Eure Ingrid

Advertisements