Hallo meine Lieben!

Heute folgt Teil 2 meines Artikels über die 18 Dinge, die ich mit 18 gelernt habe. Den ersten Part könnt ihr hier nochmal nachlesen, falls ihr ihn verpasst habt oder euch den Inhalt noch mal ins Gedächtnis rufen wollt. Dann wünsche ich euch viel Spaß bei den Punkten 7-12 🙂

7. Veränderungen sind gut und bedeuten neue Chancen

Früher scheute ich jede Veränderung und wollte, dass die derzeitigen Umstände aufrechterhalten blieben und ich in meiner Komfortzone verweilen konnte. So allerdings bleibt man immer am selben Fleck und kommt nicht weiter im Leben. Veränderung bedeutet charakterliche Weiterentwicklung und dadurch tuen sich Chancen und Optionen auf, die man zuvor nicht für möglich gehalten hätte. Und selbst wenn früher sicher so einiges sehr nett war, bringt es nichts, diesen Lebensumständen und Situationen nachzutrauern. Denn mit ziemlicher Sicherheit seid ihr diesen Zeiten inzwischen entwachsen und würdet sie in Wahrheit gar nicht mehr erleben wollen.

 8. Verlieren und versagen

Ich muss eines zugeben: Ich war schon immer Perfektionistin und wollte jede Aufgabe so gut wie möglich erfüllen. In der Schule hatte ich nie Probleme und schrieb immer sehr gute Noten, was bis zum letzten Jahr auch so ziemlich die einzige Disziplin war, in der ich Leistungen zu erbringen hatte und mich immer nur mit meinen Klassen- bzw. Stufenkollegen messen musste. Nach meiner Matura/meinem Abi fiel ich dann prompt bei meinem ersten Antritt zur praktischen Führerscheinprüfung durch und für mich brach eine Welt zusammen. Noch nie zuvor hatte ich “versagt” und eine Prüfung nicht geschafft. Ein ganz neues Gefühl für mich, das ich erst einmal längere Zeit verdauen und verarbeiten musste. Jetzt, mehr als ein halbes Jahr später, denke ich immer noch gelegentlich an die Situation und die dort durchlebten Gefühle zurück, bin aber der festen Überzeugung, dass dies eine der lehrreichsten Situationen in meinem Leben war- viel lehrreicher als jede Eins. Dieses Thema war mir auch schon einen eigenen Post wert. Denn zu lernen, mit Niederlagen umzugehen und danach wieder aufzustehen ist eine weit größere Herausforderung als eine gute Note bei einer Schularbeit zu schreiben.

9. Glück hängt nicht von den Lebensumständen ab

Dazu habe ich bereits einen separaten Post verfasst, den ihr hier nachlesen könnt. Zu dieser Erkenntnis bin ich ebenfalls gekommen, als mein Studium anfing. Ich hatte mir die Studienzeit, auch aufgrund von Erzählungen anderer, wie im Bilderbuch ausgemalt: Zusammenlebe mit neuen Freunden, mehr Freiheiten, Arbeiten an lauter Projekten und Themen, die mich total interessierten und meine Zeit mit Gleichgesinnten zu verbringen, die auf der selben Wellenlänge wie ich sind. Dann war quasi überhaupt gar nichts so, wie ich es mir vorgestellt hatte und ich war sehr missmutig und geknickt. In dieser Situation kam mir die Erkenntnis, dass man nicht unglücklich sein, alles verteufeln und seinen Kopf in den Sand stecken sollte, nur weil etwas nicht exakt so ist wie man es sich vorgestellt hat. Das Leben besteht zu 10% aus dem, was dir passiert, und zu 90% wie du damit umgehst-und das liegt ganz in deiner Hand.

image

10. Ich bin kein Akademiker-Typ

Ich bin klug, ja. Aber deshalb bin ich nicht zwingen ein “Akademiker-Typ”. Mich mit trockener, abstrakter, wissenschaftlicher Theorie zu beschäftigen macht mir überhaupt keinen Spaß und frustriert mich einfach nur. Dies lernte ich in meinem begonnenen Anglistikstudium, das eine einzige lange Philologielektion zu sein schien. Nach wenigen Wochen gestand ich mir ein, dass das absolut nicht das war, was ich wollte und mir vorgestellt hatte, und beendete das Studium.

11. Ich kann auch in extremen Belastungssituationen Leistung bringen

Kurz vor meiner ersten großen Uni-Modulprüfung wurde mir alles zu viel: Ich glaubte, mit dem Stoff nicht mehr durchzukommen, peilte meinen zweiten Versuch der praktischen Fahrprüfung an und würde 3 Tage vor den Uni Prüfungen auch noch umziehen, dazu kamen zusätzlich persönliche Probleme. Ich fühlte einen Stress wie noch nie zuvor in meinem Leben und war am Überlegen, die Prüfungen erst beim nächsten Antritt abzulegen oder ganz alles hinzuschmeißen. Doch ich biss die Zähne zusammen, gab auch im Endspurt noch mein Bestes, legte die Modulprüfung mit sehr guten Noten ab und bekam auch endlich meinen Führerschein. Später erfuhr ich von meiner Psychologin, dass selbst sie aus langjähriger Erfahrung stark befürchtet hatte, dass ich “brechen” und keine der Prüfungen bestehen würde. Mir zeigte das, dass ich selbst in extremen Belastungssituationen Leistung bringen kann und ich mich getrost auf meine Fähigkeiten verlassen kann.

12. Ehrlichkeit und Offenheit bringen dich anderen Menschen näher

Früher war ich immer sehr verschlossen gegenüber anderen Menschen, sogar denen, die mir wichtig waren. Ich hatte Angst davor, ihnen meine Geheimnisse oder privaten Gedanken anzuvertrauen, da ich befürchtete, enttäuscht zu werden und dass sie private Informationen weitererzählen würden. Außerdem sagte ich meinen Liebsten nie, wie viel sie mir bedeuteten, um dadurch nicht verletzlich zu werden und mich in ein Abhängigkeitsverhältnis zu begeben. Doch das war  der völlig falsche Weg: Oft genug haste ich gegrübelt, warum ich nicht so enge und “intensive” Freundschaften zu haben schien wie viele andere. Genau darin lag der Grund: Vertrauen ist die Basis jeder Freundschaft und wenn du nichts von dir Preis gibst, wird der andere das im Gegenzug auch nicht machen. Seit ich ehrlicher, offener und vulnerabler mit den Leuten umgehe, haben sich meine Beziehungen zu ihnen verbessert und ich bin meinen Freunden und meiner Familie näher als je zuvor.

IMG_7943

So, dass war Teil 2. Der finale dritte Teil wird am Wochenende, voraussichtlich am Freitag oder Samstag, folgen. Ich wünsche euch bis dahin einen schönen Mittwoch Abend, die Hälfte der Woche ist auch schon wieder geschafft.

Erfolgreiche Grüße

Eure Ingrid

 

 

 

Advertisements