Hallo ihr Lieben!

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Die Marathon- und Laufsaison hat jetzt im April wohl endgültig begonnen und uns glücklicherweise gleich mit strahlend schönem Wetter begrüßt. Auch ich habe an diesem Sonntag, dem 3. April, die Chance ergriffen und beim Linz Marathon mitgelaufen. Da ich das Gefühl habe, dass mehr und mehr Leute ihre Laufschuhe schnüren und an Laufveranstaltungen teilnehmen, wollte ich die Erfahrungen meines ersten Marathons mit euch teilen. Vielleicht hilft mein Bericht ja dem einen oder anderen dabei, sich doch noch zu einem Start zu überwinden 🙂

Zu Silvester verfasste ich eine Bucketlist mit Dingen, die ich 2016 unbedingt machen oder erreichen wollte. Auf dieser Liste befand sich unter anderem die Teilnahme an einem Lauf, im besten Fall einem Marathon. Als ich dann jedoch online die Teilnahmegebühr recherchierte, blieb mir erst mal der Mund offen stehen und ich hakte das Thema vorübergehend ab. Ein Preis von mehr als 30€ kam mir für ein paar Kilometer laufen dann doch etwas überzogen vor und für eine Studentin auch nicht unbedingt erschwinglich.

Ohne groß nachzudenken nahm ich dann an einem regnerischen Nachmittag auf gut Glück  an mehreren Gewinnspielen einer Lokalzeitung (für die Oberösterreicher: tipps) teil, unter anderem an dem für einen Startplatz beim Linz Marathon. Ich hatte das Gewinnspiel schon wieder vergessen, als ich ein paar Wochen später eine Email zugeschickt bekam, die mich darüber in Kenntnis setzte, gewonnen zu haben. Wenn das kein Zeichen war weiß ich auch nicht mehr 😛 So kam ich also doch noch zu meiner Lauf-Teilnahme. Ich entschied mich für die Viertelmarathon-Distanz von 10,5 km, da ich in der Zeit davor gar nicht trainiert hatte und nur mehr wenig Zeit bis zum Marathon verblieb.

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Die Osterferien nutzte ich dazu, wenigstens 3 mal Laufen zu gehen, um nicht komplett unvorbereitet in den Bewerb zu gehen. Zu mehr kam ich aus zeitlichen Gründen und wegen der sehr warmen Temperaturen jedoch nicht. Ich bin einer der (anscheinend wenigen) Menschen, die lieber bei kaltem, bedeckten Wetter laufen. Aus irgendeinem Grund gibt mir das das Gefühl, die frische Luft besser aufnehmen und klarer denken zu können.

Schließlich kam am Sonntag der große Tag: Ich stand schon um halb 6 auf, um zu frühstücken. Zuvor hatte ich mich im Internet über die ideale Ernährung vor einem Lauf informiert und dort den Tipp erhalten, mindestens 3 Stunden vor dem Start eine Mahlzeit aus vermehrt kurzzeitigen Kohlenhydraten zu mir zu nehmen. Also aß ich ein paar Scheiben Toast mit Erdnussbutter und Banane und machte mich fertig, ehe ich mich um ca. 7 Uhr zu meiner Freundin Sabrina aufmachte, die sich ebenfalls für den Bewerb angemeldet hatte. Dann fuhren wir gemeinsam mit dem Taxi zur Voestbrücke, wo der Lauf starten sollte. Ich muss sagen, dass es um diese Uhrzeit noch relativ frisch war und ich in meiner Jogginghose, dem Tanktop und einer Regenjacke ein bisschen fror. Die Zeit bis zum Start nutzten wir dafür, (weniger gelungene) Fotos von uns zu machen. Je näher der Start kam, umso mehr spürte ich ein flaues Gefühl der Aufregung im Magen.

Beim Start standen die tausenden Läufer alle dicht aneinander gedrängt, und auch nach dem Startschuss konnte man die ersten 500-1000 Meter fast nur gehend hinter sich bringen. So hatte ich laut meiner Laufapp während des 1. Kilometers eine Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 6:30 Minuten. Mit jedem weiteren Meter wurde die Situation jedoch besser: Man konnte sich nach dem 1. Kilometer schon slalommäßig nach vorne kämpfen, bei Kilometer 4 war das Nachvornekommen nicht mehr schwierig und das Platzproblem hatte sich erledigt. Ich hörte über Kopfhörer meine motivierende Laufmusik und war in einem “Flow-Zustand”, die nach 5 km angebotenen Getränke (Wasser, iostonische Sportdrinks) brauchte ich daher nicht. Auch die zusehenden Anrainer, die die Läufer anfeuerten und teilweise sogar Plakate hochhielten, motivierten einen noch zusätzlich.

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Zwischen Kilometer 7 und 8 wurde es dann härter, erstens ging es kurzzeitig bergauf und zweitens kam die Sonne mit voller Kraft hervor, blendete einen und brachte Wärme, was mir in dieser Situation nicht unbedingt entgegen kam. Doch dank meiner Musik und der Läufer um mich herum konnte ich die steigende Anstrengung gut verdrängen. Als jedoch nach etwas mehr als 8 km der Akku meiner Bluetooth-Kopfhörer ausging gestaltete sich das ganze schon schwieriger. Nun konnte mir nurmehr das Geräusch meines rhythmischen Atems das Tempo vorgeben und auch auf die Info-Durchsagen meiner App konnte ich nun nicht mehr zählen. Aber ich hatte das Ziel vor Augen und lief weiter.

Bei Kilometer 9 begann ich mein Tempo leicht zu erhöhen um auf den letzten 1500 Metern noch alles was möglich war aus mir herauszuholen. Aufgrund der Hitze spürte ich allerdings meinen Kreislauf, da mir zu hohe Temperaturen einfach nicht gut bekommen. “Nur mehr 1 km, du bist schon fast da, das schaffst du auch noch” sagte ich mir, um mich zu motivieren. Inzwischen befand ich mich schon auf der Landstraße (die Hauptstraße der Linzer Innenstadt) und wusste, dass ich fast am Ziel war. Da hörte ich plötzlich etwa 300 Meter vor dem Ziel jemanden meinen Namen rufen und entdeckte meine Eltern, die am Straßenrand standen. Ein Lächeln glitt über mein Gesicht und ich startete in den Zielsprint, auch um ihnen zu zeigen was ich konnte. Ich steckte meine ganze Energie in die letzten Meter, was selbstverständlich wirklich anstrengend war. Im Vorbeilaufen sah ich noch eine ehemalige Schulkollegin, die mir zuwinkte, jedoch war ich sehr fokussiert und bündelte meine letzten Kräfte, die große Uhr beim Ziel immer im Blick. Schließlich erreichte ich mit einer Zeit von 52:13 Minuten und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 4:53 Minuten pro Kilometer die Ziellinie. Dort bekam ichsofort eine Medaille um den Hals gehängt und ging danach noch locker in Richtung Versorgungsstation aus.

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Ich “erholte” mich relativ schnell von der Anstrengung und ca. 10 Minuten später war ich schon wieder so ziemlich bei Kräften. Ein Blick auf die Ergebnisse zeigte mir, dass ich 77. beste Frau und 36. in meiner Klasse geworden war. Dieses Resultat machte mich sehr stolz, erstens weil es mein erster Lauf war und zweitens weil ich kaum bis garnicht trainiert hatte.

Abschließend kann ich sagen, dass ich froh bin, teilgenommen zu haben und dies sicher nicht mein letzter Marathon sein wird. Ich spiele sogar mit dem Gedanken, schon im Mai beim Frauenlauf mitzumachen 🙂 Allen, die noch am zögern sind, kann ich nur raten, sich einfach anzumelden. Die Stimmung ist toll, man kann in Gebieten laufen, in denen es normalerweise nicht möglich wäre, und nach Absolvierung des Laufes fühlt man sich total stolz über seine Leistung. Also: Worauf wartet ihr?

(Bilder von linzmarathon.at)

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