Wer kennt das nicht: Die Matura, eine wichtige Prüfung, ein neuer Job steht an, bisher war alles in Ordnung, doch plötzlich wird einem die Bedeutung der Situation bewusst und man fragt sich “Was, wenn…?”

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Aber hier liegt bereits der Fehler: Es bringt uns rein gar nichts, mögliche (düstere) Szenarien im Kopf durchzuspielen, denn dadurch machen wir uns nur selbst verrückt und nehmen unsere Gedankenspiele vielleicht sogar als unabwendbare Realität an. So ging es mir z.B. vor meinen STEOP-Prüfungen an der Uni: Ich hatte die gesamte Zeit im Hinterkopf, welche Konsequenzen ein Nichtbestehen der Prüfungen mit sich bringen würde- ein “verlorenes” Semester, die Enttäuschung der Eltern, die Geld, Vertrauen und Hoffnung in einen gesteckt haben.

Was mich persönlich aber immer schon besonders unter Druck gesetzt hat waren “die anderen”. Diese stehen repräsentativ für die Gesellschaft, all jene Menschen, die wir mehr oder weniger gut kennen. “Werden sie über mich und mein Versagen reden? Sich wundern? Über mich lachen?”Diese Gedanken schossen ständig durch meinen Kopf und trieben mich an. Ich denke, viele von euch haben das schon erlebt und wissen, wie anstrengend und ermüdend diese Denkprozesse auf Dauer sein können. Denn auch wenn ich so zu ausgezeichneten Leistungen angetrieben wurde: Versagensängste und extrinsische (von außen kommende) Motivation führen nicht zu Zufriedenheit und Glück. Sein Leben nach den Erwartungshaltungen anderer zu richten hält eine  davon ab das zu tun, was einen wirklich interessiert, sei es weil diese Tätigkeit mit sozialen Stigmata belastet ist oder man “davon später nicht leben kann”.

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Extrinsische vs. intrinsische Motivation

So leben wir ein Leben für andere, doch wenn wir kurz nachdenken werden wir schnell bemerken, dass das niemandem etwas bringt: Weder den anderen (in welcher Weise beeinflusst es ihr Leben, ob du Arzt oder Künstler bist oder ob du eine 1 oder eine 4 auf deine letzte Prüfung geschrieben hast?) noch uns selbst, die wir durch den ständigen Leistungsdruck gestresst und unglücklich werden. Daher empfehle ich euch, euren Fokus auf intrinsisch motivierte Aktivitäten zu legen. Klar, nicht alles kann immer nur lustig sein und manchmal muss man auch in den sauren Apfel beißen, aber positiv besetzte Tätigkeiten sollten immer die Grundfassade eures Lebens bilden.

Ihr lebt euer Leben für euch selbst und seid auch niemandem außer euch Rechenschaft schuldig. Im Endeffekt seid ihr der Mensch, mit dem ihr mit Abstand die meiste Zeit eures Lebens verbringt und da wäre es ja ziemlich doof, wenn ihr das tut was andere von euch erwarten und genau diese Person dabei außen vor lasst.

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Und auch wenn ihr einmal etwas nicht schafft habt ihr nichts verloren, sondern seid um eine Erfahrung reicher geworden. Ich kann wirklich behaupten, aus meinen Niederlagen mehr gelernt zu haben als aus meinen Siegen. Wenn etwas nicht so gut läuft beginnt man eher damit, darüber zu reflektieren und verändernde Schritte einzuleiten. Schließlich ist es Fortschritt und der Wille zur Veränderung der einen als Mensch wachsen lässt und weiter bringt.

Außerdem lernt man dabei sehr viel über sich selbst und über die Menschen in seinem Leben-wer steht wirklich hinter einem, unterstützt einen und zeigt Verständnis für schwierige Lebensphasen? In Freundschaften geht es ja nicht darum, das Bild eines perfekten, unfehlbaren Supermenschen zu verkörpern, sondern sich mit all seinen Fehlern und Schwächen zu kennen und zu akzeptieren. Meiner Meinung nach kennt man einen Menschen nicht wirklich, wenn man seine schwache und verwundbare Seite noch nicht gesehen hat. Wollt ihr nicht, dass die Menschen, die euch wichtig sind, eure ganze Persönlichkeit kennen und nicht nur einzelne Aspekte?

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Am Ende dieses Posts möchte ich euch abschließend mitgeben:

  • Versagensängste sind menschlich und gehören zum Leben dazu
  • Sie können einen auch zu guten Leistungen anspornen
  • Jedoch sollten Ängste nicht die primäre Motivation sein
  • Gerade aus Niederlagen kann man viel über sich selbst lernen
  • Die wichtigen Menschen in eurem Leben beurteilen euch nicht anhand von Leistungen

Daher: Riskiert auch mal Fehler zu machen, nur so kommt ihr weiter im Leben 🙂

Eure Ingrid

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