Hallo ihr Lieben!

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Heute soll es einmal um ein etwas Ernsteres gehen, nämlich um psychische Gesundheit, genauer gesagt Depressionen. Immer mehr Menschen erkranken in unserer heutigen Zeit daran: Wusstet ihr etwa, dass 20-26% aller Frauen im Laufe ihres Lebens eine depressive Phase durchleben? Oder dass ein Viertel aller Personen, die einen Allgemeinmediziner aufsuchen, eigentlich unter einer psychischen und keiner physischen (ich weiß, klingt ziemlich ähnlich ;)) Krankheit leiden? Ziemlich hohe Zahlen, oder? Außerdem ist die Depression mit 6 Jahren die Krankheit mit den meisten DALYS (disability-adjusted life years), der Anzahl an Lebensjahren, die man aufgrund einer körperlichen oder psychischen Krankheit verliert. All diese Statistiken verdeutlichen nur weiter, wie präsent dieses Problem in unserer Gesellschaft heutzutage ist.

Dennoch sind psychische Krankheiten weiterhin ein Tabuthema über das sich kaum jemand traut offen zu sprechen. Im Gegensatz zu körperlichen Erkrankungen werden diese meist verheimlicht, auch aus Angst, von anderen als “verrückt” oder “komisch” abgestempelt zu werden. Denn viele Menschen, die mit psychischen Problemen zu kämpfen haben, leben überangepasst, sind starke Perfektionisten und wollen unter keinen Umständen aus der Reihe tanzen. Dieser ständig aktive “innere Antreiber” ist einer der Mitverursacher von Depressionen.

Dadurch, dass aber fast niemand seine Depressionen zur Sprache bringt, glauben viele Erkrankte, die Einzigen auf der Welt zu sein, denen es so geht. Aber ich kann euch versichern: Ihr seid nicht alleine! Ein ganz großer Tipp von mir ist es, sich psychologische Hilfe oder Beratung zu holen. Mit einer objektiven Person über seine Probleme zu reden kann sehr befreiend sein, wenn man sich erst einmal dazu überwunden hat, sich zu öffnen. Und ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer das als sehr “privater”Mensch sein kann. Dadurch, dass klinische Psychologen sich mit dem Thema Depressionen beruflich teilweise schon sehr lange auseinandersetzten,  können sie euch und eure Gefühle sogar besser verstehen als eure Familie und engsten Freunde, die nicht unter der Krankheit leiden.

Eine der Tatsachen, die mich besonders belastet hat, war das fehlende Verständnis meiner Familie, wenn ich trotz oberflächlich guter Lebensumstände manchmal plötzlich “aus dem Nichts heraus” anfing zu weinen. “Warum ist Ingrid eigentlich immer so traurig? Sie hat doch eh alles was sie braucht” ist ein Satz, den mein älterer Bruder, zu welchem ich seit meiner frühen Kindheit ein sehr enges Verhältnis habe, einmal zu meiner Mutter gesagt hat. Diese Frage ist mir im Gedächnis geblieben, da sie für mich das fehlende Verständnis “gesunder ” Menschen für Depressionen sinnbildlich verkörpert. Ein Video, dass euch helfen könnte, anderen Menschen euer Leiden verständlicher zu machen, ist “Living with a black dog”, dass ich euch an dieser Stelle hier einbinde.

Auch Selbsthilfegruppen können euch dabei behilflich sein, euren Schmerz und eure Ängste auszusprechen und mit anderen zu teilen, die dasselbe durchmachen wie ihr. Wichtig ist es auf jeden Fall, euch nicht zu sehr von der Krankheit herunterziehen zu lassen und gegen sie anzukämpfen, auch wenn das sehr kräfteraubend sein kann. Aber wie in einer Abwärtsspirale wird es euch immer schlechter gehen je weniger ihr dagegen tut.

Es gibt viele Theorien zur Entstehung von Depressionen, gegenwärtig geht man von einer Kombination biologischer (Genetik), psychischer (Charakter) und sozialer (soziales Umfeld) Faktoren aus. Dieses Modell wird auch biopsychosoziales Gesundheitsmodell genannt.

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Wie das Modell zeigt, könnt ihr bestimmte Faktoren wie (Stress-)Bewältigung oder soziale Netzwerke selbst zum Positiven beeinflussen, während ihr bei anderen Umständen nicht selbst eingreifen könnt. Ihr habt die Möglichkeit, eure Situation selbst zu verbessern! Dies gilt grundsätzlich für Depressionen, jedoch ist es meiner Ansicht (und Erfahrung ) nach nur bei einer depressiven Verstimmung oder Phase möglich, die Krankheit allein dadurch zu überwinden. Bei einer länger andauernden klinischen Depression hingegen reichen diese Maßnahmen nicht. Denn eine “klassische” Depression ist ein chemisches Ungleichgewicht im Körper und vornehmlich im Gehirn. Man produziert zu wenig von den Neurotransmittern (Botenstoffen) Serotonin, Domamin und Noradrenalin und nachdem die körpereigenen Reserven dieser Botenstoffe aufgebraucht sind hat man nicht mehr die Kraft und Klarheit, die Situation alleine zu meistern. Daher ist es ab einem gewissen Zeitpunkt sinnvoll, sich begleitend auch medikamentös behandeln zu lassen. Hier möchte ich allerdings keine konkrete Empfehlung aussprechen, da ich 1. kein Arzt bin und 2. jeder einzelne Fall individuell anders zu behandeln ist.

Abschließend fasse ich euch noch ein paar Tipps zusammen, die ihr umsetzen könnt, wenn ihr an Depressionen leidet und die auch mir geholfen haben:

  • Sich über Depressionen und ihre Auslöser informieren (Achtung wichtig: trotzdem wissen, dass die Krankheit einen nicht definiert sondern nur ein Aspekt der Psyche ist)
  • Setzen realistischer, kleiner Ziele im Alltag
  • Kontakt zu Menschen, in deren Gegenwart man sich so wohl wie möglich fühlt
  • Akzeptieren, dass man an Depressionen erkrankt ist und Hilfe braucht
  • Meditation, Yoga und Stressbewältigungstraining
  • Leichte körperliche Bewegung mehrmals pro Woche (ich persönlich empfehle Spazieren gehen)
  • Sich und sein Leid jemandem anvertrauen
  • Angehörige informieren und aufklären

Ich hoffe sehr, dass ich mit diesem Post irgendjemandem helfen konnte. . Über Feedback würde ich mich sehr freuen, ansonsten wünsche ich euch einen positiven und energetischen Start in die neue Woche.

 

 

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